Die Weihnachtsfeiertage gelten für viele als Zeit des Zusammenkommens. Dafür nehmen viele auch stundenlange Fahrten auf der Autobahn auf sich, zeigt eine aktuelle Studie. Was sie ebenfalls zeigt: Auch der Weg in die Kirchen wird vielen wichtiger, besonders den jungen Erwachsenen.
Revival der Gottesdienste? Vor allem den jungen Erwachsenen an Weihnachten wichtig
Die Weihnachtsgottesdienste hatten besonders nach der Pandemie mit niedrigen Besucherzahlen zu kämpfen, analysiert Marketingexperte Philipp Rauschnabel von der Universität der Bundeswehr München in seiner Weihnachtsstudie. Viele Menschen seien damals nicht mehr wie traditionell üblich in die Kirche gegangen.
Jetzt gibt es erstmalig wieder einen Anstieg derer, die dieses Jahr wieder an einem Weihnachtsgottesdienst teilnehmen möchten. Besonders auffällig: Es sind vor allem junge Menschen. Über ein Viertel gibt an, in der Adventszeit oder an Heiligabend einen Gottesdienst besuchen zu wollen. Das gehöre für viele traditionell dazu. Auch die Weihnachtstudie letztes Jahr zeigte, dass junge Menschen sich insbesondere in Krisenzeiten stärker auf traditionelle Werte besinnen.
Das Ergebnis breche somit mit dem, was man eigentlich intuitiv erwarten würde, so Rauschnabel. Denn die jungen Erwachsenen liegen damit nicht nur deutlich über dem Durchschnitt, sondern auch weit vor der Generation der über 60-Jährigen. Hier planen nur 13 Prozent, einen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen. Oft auch mit der Familie, für die man auch schon mal weite Autofahrten in Kauf nimmt.
Lange Fahrtzeiten für ein gemeinsames Weihnachtsfest
Die meisten Menschen sind oft mehrere Stunden unterwegs, um mit ihren Liebsten Weihnachten zu verbringen. Ungefähr die Hälfte der Deutschen verbringt rund fünf Stunden im Auto, zeigt die neue Studie, so Rauschnabel.
Er bezeichnet dieses Verhalten als sogenanntes "Christmas Hopping": Erst geht es beispielsweise von den Eltern zu den Schwiegereltern, dann zur Tante und so weiter.
Volle Straßen vor Weihnachten "Christmas Hopping": Wie sich Raststätten für den Weihnachtsansturm rüsten
Vor Weihnachten wird es voll auf den Autobahnen. Das heißt auch für die Raststätten viel Vorbereitung: Mit Personal und Vorräten rüstet man sich für den Reiseansturm am Wochenende.
Das hat es mit der Weihnachtsstudie auf sich
Philipp Rauschnabel, gebürtig aus Flein (Kreis Heilbronn), führt jedes Jahr die sogenannte Weihnachtsstudie durch. Darin wird analysiert, inwiefern sich die Gewohnheiten und ähnliches rund um's Fest verändern. Entstanden ist die Idee 2018, als Rauschnabel als Marketing-Professor die fehlende Datenbasis rund zu Weihnachten auffällt.
In einer "Nacht- und Nebel-Aktion" startete er deshalb erstmalig die Weihnachtsstudie: "Danach hatten wir viele Antworten, aber auch noch viele Fragen, sodass wir das im nächsten Jahr gleich nochmal gemacht haben. Und seitdem ist das eine Tradition bei uns geworden", erzählt Rauschnabel im Interview mit dem SWR.