Kreis Heilbronn warnt vor Schnellschuss

Zahl der Flüchtlinge sinkt: Erste Unterkünfte sollen abgebaut werden

In den Kreisen Heilbronn, Hohenlohe und Main-Tauber werden weniger Flüchtlinge untergebracht als 2024. Die Landratsämter reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen. Zu früh?

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Von Autor/in Annina Klingebiel

Der Region Heilbronn-Franken werden aktuell deutlich weniger geflüchtete Menschen zugewiesen als noch im Vorjahr. Die Entwicklung folgt dem landes- und bundesweiten Trend: In ganz Deutschland beantragen weniger Menschen Asyl. Auch die Landratsämter in den Landkreisen Heilbronn, Hohenlohe und Main-Tauber melden auf SWR-Anfrage einen deutlichen Rückgang. Jetzt ergreifen die Kreise entsprechende Maßnahmen.

Sinkende Zuweisungszahlen und Besonderheiten bei Ukrainerinnen und Ukrainern

Insgesamt zeichnet sich in diesen drei Landkreisen ein klarer Abwärtstrend bei den Flüchtlingszuweisungen ab. Im Hohenlohekreis liegen die aktuellen monatlichen Zahlen nur noch bei rund einem Viertel des Vorjahres. Im Main-Tauber-Kreis hat sich die Zahl der Zuweisungen in den letzten sechs Monaten im Vergleich zum Jahr 2024 fast halbiert.

Hohenlohekreis baut erste Flüchtlingsunterkünfte ab

Die Landkreise reagieren unterschiedlich auf die sinkenden Zahlen. Im Hohenlohekreis werden bereits Unterkünfte abgebaut und entsprechende Miet- und Pachtverträge beendet. Auch in der Personalplanung stehen Änderungen bevor, denn weniger geflüchtete Menschen bedeutet hier auch weniger Arbeit auf den Ämtern. Befristete Arbeitsverträge sollen, sofern möglich, nicht verlängert werden. Außerdem sollen die betroffenen Mitarbeitenden auch in anderen Arbeitsbereichen eingesetzt werden. Außerdem prüft der Kreis, ob man weitere Unterkünfte für Geflüchtete schließen kann.

Ganz so konkret ist es im Main-Tauber-Kreis noch nicht. Doch auch hier wird geprüft, ob die Zahl der Unterkünfte reduziert werden könnte. Eine schon geplante und genehmigte Unterkunft am Standort Wertheim (Main-Tauber-Kreis) soll jetzt aber erst einmal nicht realisiert werden.

Landkreis Heilbronn gibt noch keine Entwarnung

Auch im Landkreis Heilbronn kommen aktuell weniger Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften an. DerzeitAktuell gibt es dort sogar rund 600 freie Plätze - und das, obwohl Heilbronn sogar mehr Asylsuchende aufgenommen hat als nötig.

Der Kreis Heilbronn sieht die sinkenden Zuweisungszahlen allerdings noch kritisch. Obwohl der Zulauf in den Heilbronner Gemeinschaftsunterkünften gerade niedrig ist, rechnet das Landratsamt zukünftig wieder mit höheren Zahlen. Grund dafür ist laut einem Sprecher des Landratsamtes, dass die Zahl der Menschen, die gerade in der Landeserstaufnahme landen, nicht so stark gesunken ist, wie die Zuweisungen in den Landkreisen.

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