- Bis zu 39 Grad in Baden-Württemberg am Mittwoch
- Wie man sich am besten vor der Hitze schützt
- Die Hitze ist auch gefährlich für Haustiere
- Hohe Waldbrandgefahr in BW
- Wasserentnahmeverbot in mehreren Kreisen
Nach dem sonnigen und heißen Wochenende und einem ähnlich schwül-heißen Montag haben die Temperaturen in Baden-Württemberg am Dienstag wieder Werte teils über der 35-Grad-Marke erreicht. So wurden in Mannheim 37 Grad gemessen. Die Nächte bieten vielerorts nicht wirklich Erholung, denn die Außentemperaturen sinken nicht unter 20 Grad - Meteorologen sprechen von "tropischen Nächten".
Am Dienstag wurde die Hitzewelle zumindest in einigen Regionen aber jäh und kurz unterbrochen - mit Blitz und Donnerschlag. In Sipplingen (Bodenseekreis) entluden sich am Mittag nach einem schweren Hitzegewitter über eine halbe Stunde lang so viele Hagelkörner, dass die Straßen komplett weiß waren. Laut Feuerwehr lagen sie bis zu einem halben Meter hoch auf den Straßen, mit Baggern vom Bauhof wurden sie abtransportiert. Hagel, Blitz und Donner gab es auch in Rottweil, Tuttlingen und den angrenzenden Schwarzwaldregionen.
Eisbedeckte Fahrbahnen trotz Hitze Hagelkörner einen halben Meter hoch auf den Straßen von Sipplingen
In Sipplingen (Bodenseekreis) hat sich am Dienstag ein Hitzegewitter entladen. Dabei fielen in kurzer Zeit so viele Hagelkörner, dass die Straßen weiß waren.
In einem SWR Extra am Montag um 20:15 Uhr haben wir gezeigt, was die Hitze mit den Menschen im Südwesten macht:
Wetterexperte sagt für Mittwoch fast 40 Grad voraus
Laut DWD soll Mittwoch der heißeste Tag der Woche werden. Erwartet werden Temperaturen von bis zu 39 Grad. Erst am Donnerstag soll die Hitze etwas nachlassen, dann sind auch Regenschauer und Gewitter zu erwarten, bei 28 bis 33 Grad. Am Freitag sinken die Höchstwerte dann auf nach wie vor sommerlich warme 25 bis 30 Grad.
"Das ist schon eine markante Hitzewelle", sagte ein DWD-Meteorologe - und schob gleich die Mahnung hinterher: Der Klimawandel sei Fakt, extreme Ausbrüche werde es künftig häufiger geben.
DWD: Reichlich trinken, nicht ins Wasser springen
Laut dem DWD ist es bei solchen hohen Temperaturen wichtig, viel zu trinken, Anstrengung zu vermeiden und kühle Plätze aufzusuchen. "Nicht stundenlang in der Sonne verweilen, nicht ins Wasser springen, sondern langsam reingehen und viel trinken", sagte ein Experte des DWD.
Tipps und Tricks bei großer Hitze So schützen Sie sich bei hohen Temperaturen
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie sich vor der Hitze schützen können - am Arbeitsplatz, in der Schule oder zu Hause. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt zudem vor Gefahren durch Temperaturunterschiede beim Baden. Wer nach dem Sonnenbaden ohne Abkühlung ins kalte Wasser springt, riskiert einen Kreislaufschock - selbst als gesunder Mensch sei Vorsicht geboten. Mit Alkohol im Blut steige das Risiko zusätzlich. Besonders an Baggerseen könne es gefährlich werden: Dort gehe es hinter flachen Uferzonen häufig mehrere Meter in die Tiefe, "wo das Wasser plötzlich vielleicht nur noch 7 Grad hat." Das belaste den Kreislauf stark und könne zu Krämpfen oder im schlimmsten Fall zu einem Kreislaufkollaps führen.
Auch der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) ruft in einer Mitteilung zu Schutzmaßnahmen auf. Darin heißt es unter anderem, man solle auf UV-Schutz wie Sonnencreme, Sonnenbrille oder Kopfbedeckung achten, Medikamente richtig lagern und die Wohnung kühl halten.
Spielspaß mit Abkühlung? Statt einem Freibad-Ausflug sorgen auch Wasserspielplätze bei Hitze für Abkühlung. Sieben coole Orte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz:
Die Hitze ist auch gefährlich für Haustiere
Die Hitze kann auch für Haustiere lebensbedrohlich werden, etwa wenn man sie in einem geparkten Auto zurücklässt oder ungeschützt länger der Sonne aussetzt. Die Tierrettung Südbaden aus Radolfzell (Kreis Konstanz) hatte allein dieses Wochenende gleich drei Einsätze, um Hunde vor Überhitzung zu retten. Der schnelle Wechsel zwischen der Außentemperatur und dem gekühlten Auto wurde einem Hund wohl zum Verhängnis.
Hohe Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg
Hitze und Trockenheit lassen auch die Waldbrandgefahr ansteigen. Hohe Gefahr herrscht demnach in fast ganz Baden-Württemberg. Die Lage wird sich der Vorhersage zufolge bis Mittwoch zuspitzen.
Wegen der hohen Waldbrandgefahr wurde mancherorts auch das Grillen an öffentlichen Feuerstellen verboten, so zum Beispiel im Enzkreis oder dem Landkreis Karlsruhe. Laut dem Forstamt muss der Waldbrandgefahrenindex die zweithöchste Stufe 4 erreichen, bevor ein solches Verbot ausgesprochen wird. Auch das Rauchen im Wald wurde bis zum 31. Oktober im Enzkreis verboten.
Zu mehreren Böschungs- und Flächenbränden ist es am Wochenende bereits an der A5 gekommen, wie die Polizei bestätigt. Auslöser waren häufig Pannenfahrzeuge, die durch heiße Autoteile trockenes Gras entzündeten. Ein Brand bei Lahr erstreckte sich auf einer Länge von etwa 200 Metern entlang der Fahrbahn. Die Feuerwehr konnte alle Brände löschen. Niemand wurde verletzt.
Wasserentnahmeverbot in mehreren Kreisen in BW
Um der Trockenheit entgegenzuwirken, schränken mehr und mehr Städte und Regionen in Baden-Württemberg die Wasserentnahme aus Flüssen, Seen oder Brunnen ein. In den Landkreisen Biberach, Ravensburg, dem Alb-Donau-Kreis sowie dem Bodenseekreis darf kein Wasser aus Seen und Flüssen entnommen werden. In vielen Gewässern sei der Wasserpegel kritisch, teilt das Landratsamt Ravensburg mit. Lediglich das Schöpfen von Wasser in kleineren Gefäßen sei erlaubt, so das Landratsamt Biberach.
Wer sich nicht an das Verbot hält, dem droht im Kreis Biberach ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro, im Bodenseekreis und Kreis Ravensburg ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Laut dem Kreis Ravensburg sollen durch das Entnahmeverbot nicht nur größere Gewässer, sondern vor allem auch kleinere Bäche geschont werden.