Man könnte sagen, es war Liebe auf den ersten Blick, als Manuela Güney ihr jetziges Haus auf dem Grundstück in Karlsruhe-Durlach entdeckte. Früher wurde das Gebäude als Pferdestall und Scheune genutzt, mit einer kleinen Werkstatt im ersten Stock. Nach einer langen Umbauphase ist es heute das Zuhause von ihr und ihrem Mann.
Vom Stall zum Traumhaus in Karlsruhe-Durlach
Nicht nur sei das Gebäude ziemlich heruntergekommen gewesen, erzählen die beiden. Es habe auch noch nach Stall und Pferd gerochen, erzählt Manuela Güney. Doch sie habe beim Betreten der alten Scheune direkt ein gutes Gefühl gehabt und gesehen, wie toll es später aussehen könnte. Inklusive der historischen Stadtmauer von Durlach, die sich durch die heutigen Wohnräume zieht.
"Wir mussten hier erst mal alles freilegen. Auch die schöne Stadtmauer war teilweise zubetoniert", erzählt Manuela Güney. "Wir mussten viel rausarbeiten und wiederherstellen."
In die Scheune hab ich mich verliebt.
"Aus diesem Haus mache ich ein Paradies"
Eigentlich wollten sie sich bei der Besichtigung das Vorderhaus anschauen, das im Inserat des Grundstücks erwähnt wurde. In der Anzeige stand "Wohnhaus mit Scheune". Das bewohnbare Haus interessierte Manuela Güney dann schnell nicht mehr. Sie hatte nur noch Augen für die Scheune. Ihrem Mann Nevzat ging es anders.
Für ihn war die Scheune aber erst mal keine Option. Er hatte einige Zweifel: "Ich war fix und fertig, ne? Wie sollen wir das machen? Und wie sollen wir das gestalten?" Doch Manuela hatte andere Pläne und er lies sich überreden. "Meine Frau war geduldig und hat gesagt: Aus diesem Haus mache ich ein Paradies", sagt Nevzat Güney und lächelt stolz.
Denkmalschutz: Stadtmauer geht mitten durchs Haus
Besonders aufwendig bei den Sanierungsarbeiten waren die Auflagen für den Denkmalschutz. Die historische Stadtmauer macht nicht nur optisch etwas her, sondern den Güneys zu Beginn auch ganz schön viel Arbeit. Weil sie unter Denkmalschutz steht, bedeutet das: Eine Menge Auflagen beachten und viel Bürokratie. Zudem ist das Paar auch nach dem Umbau dazu verpflichtet, die denkmalgeschützten Bereiche zu pflegen.
Die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes erfordert Genehmigungen. Auch welche Materialien für Reparaturen benutzt werden dürfen, wird vom Amt für Denkmalpflege vorgegeben. "Die Fugenmasse für die Mauer wurde auch vom Amt vorgeschrieben", sagt Manuela Güney. Das größte Problem sei jedoch gewesen, mehr Licht in die Räume zu bekommen. Doch am Ende haben sie alles irgendwie geschafft.
Und es war es dem Ehepaar wert. "Durch die Mauer fühle ich mich geborgen. Ich weiß nicht wieso, aber es ist so ein Gefühl", sagt Manuela Güney. Auch ihr Mann ist froh, dass er den Weg mit seiner Frau gegangen ist. Heute helfe er sogar mehr im Haushalt mit als vorher, gibt er zu. "Wir haben sehr viel Schweiß, sehr viel Arbeit, sehr viel Mühe und Tränen reingesteckt. Das hat mich auch ein bisschen geprägt, muss ich sagen. Ich bin anders geworden", sagt Nevzat Güney. Und für das Paar ging mit der Renovierung ein Traum in Erfüllung.