Seit dem Suizid von drei Jugendlichen im November 2024 ist der Aussichtsturm "Hohe Warte" im Pforzheimer Stadtteil Hohenwart aus Sicherheitsgründen gesperrt. Jetzt zeigt ein statisches Gutachten, dass der 36 Meter hohe Turm möglicherweise gar nicht mehr geöffnet werden kann. Die Holzkonstruktion ist schwer beschädigt, es droht sogar der Einsturz.
Fäulnis und Pilzbefall zerstören Holz
Der Aussichtsturm "Hohe Warte" sei in seiner Standsicherheit stark beeinträchtigt. Ganz unabhängig vom Einbau von Sprungschutzmaßnahmen, die aktuell diskutiert werden. Das geht aus dem von der Stadt Pforzheim in Auftrag gegebenen statischen Gutachten hervor. Deswegen müsse der 23 Jahre alte Turm weiter für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben. "Eine einfache Reparatur ist nicht möglich, weil wesentliche Tragelemente betroffen sind", so Tobias Volle (parteilos), Baubürgermeister von Pforzheim.
Schneller als ursprünglich gedacht Abbau von Aussichtsturm "Hohe Warte" in Pforzheim beendet
Der Abbau des Pforzheimer Aussichtsturms "Hohe Warte" ist beendet, einen Tag früher als geplant. Der Turm musste wegen Schäden in einem Holzträger demontiert werden.
Die Holzkonstruktion sei durch die Witterung und fehlenden Schutz vor Wasser dauerhaft durchfeuchtet. Die Folge seien Fäulnis und Pilzbefall. Die Tragfähigkeit sei gefährdet, so die Experten weiter.
Turm in Pforzheim: Gutachter raten von Holzkonstruktion ab
Sollte sich der Pilz- und Fäulnisbefall bestätigen, müssten die tragenden Holzteile ersetzt werden, sagte der Pforzheimer Baubürgermeister Tobias Volle (parteilos) in einer Sitzung des Ortschaftsrats von Hohenwart. Dafür müsste der Aussichtsturm abgebaut werden.
Die Sicherheit der Menschen steht für uns an oberster Stelle.
Die Gutachter empfehlen, den Turm nicht in der gleichen Holzkonstruktion wiederaufzubauen. Die Schwächen der Konstruktion würden erhalten bleiben, neue Wasserschäden drohen. Schutzmaßnahmen wie Netze oder Geländer einzubauen sei auch nicht möglich, weil der Turm keine zusätzliche Last tragen könne.
Neubau würde Millionensumme kosten
Jetzt sollen verschiedene Szenarien für den Aussichtsturm in Pforzheim-Hohenwart geprüft werden. Der Erhalt des Turms wäre nach Einschätzung der Stadt nur möglich, wenn weitere Untersuchungen grünes Licht geben. Zusätzliche Sprungschutzmaßnahmen könnten dann jedoch wegen des Gewichts nicht eingebaut werden.
Eine weitere Variante wäre der Abriss. Das Gelände könnte dann für andere Freizeitaktivitäten genutzt werden. Oder es fällt die Entscheidung für einen Neubau des Turms. Das allerdings würde laut Stadt eine Millionensumme kosten.
Wegen der großen Bedeutung des Turms sollen Bürgerinnen und Bürger transparent über die nächsten Schritte informiert werden, betonte der Pforzheimer Baubürgermeister. "Wir wissen, wie wichtig die 'Hohe Warte' als Ausflugsziel und Identifikationsort für viele Menschen ist", so Volle. Die möglichen Optionen für die "Hohe Warte" sollen zunächst im Ortschaftsrat Hohenwart und dann im Pforzheimer Gemeinderat diskutiert werden.