Die Stadt Achern (Ortenaukreis) hat wieder einen Biber. Er lebt am Plauelbach im Stadtteil Wagshurst. Dort baut er an seinem Damm - zum Leidwesen eines Landwirts. Denn: Was gut ist für den Biber, ist eher schlecht für den Mais auf dem Acker nebenan. Wegen des Biberdamms staut sich das Wasser im Plauelbach und überschwemmt regelmäßig das angrenzende Maisfeld und eine Wiese.
Biber in Achern: Lösung in Sicht
Die Stadt Achern musste einschreiten. Marcel Friedmann, Grünflächenmanager bei der Stadt Achern, begleitet den Biber schon seit vergangenen Herbst. Jetzt ist eine Lösung in Sicht - positiv für alle Beteiligten. Zwischenzeitlich schien die Situation etwas auszuufern.
Denn Privatpersonen machen sich offensichtlich immer wieder am Biberdamm zu schaffen: Äste und Zweige werden abgebaut und zur Seite geworfen. Die mutmaßliche Idee dahinter: Der Damm soll durchlässiger werden, das Wasser im Bach nicht überlaufen und die Wiese und den Acker nicht überschwemmen. Nur: Der Biber baut seinen Damm in der darauf folgenden Nacht einfach wieder auf.
Drainage soll sich durch den Biberdamm ziehen
Die Lösung, auf die man sich in Sachen Bibermanagement am Plauelbach geeinigt hat, ist eine Dammdrainage. Die Stadt Achern hat beim Landratsamt dafür eine Genehmigung beantragt. Denn:
Bevor neuer Mais auf dem Acker eingesät wird, soll sich die Lage in Sachen Biberdamm beruhigt haben.
Für die Drainage werden Rohre mit 30 bis 40 Zentimeter Durchmesser in den Biberdamm eingebaut, über die das Wasser abgeleitet werden soll. Das hat die Funktion, dass der Wasserstand nicht so stark ansteigt und der Bach nicht mehr über die Ufer tritt, erklärt Marcel Friedmann.
Der Biber baut seit Herbst 2025 an seinem Damm
Gleichzeitig bleibe der Wasserstand durch die Drainage so hoch, dass der Biber weiter am Plauelbach leben kann, so Grünflächenmanager Marcel Friedmann. Essenziell sei dabei, dass der Eingang zum Biberbau unter Wasser liegt, damit dort keine Fressfeinde, also Wildtiere vom Land, reinkommen können.
Man wolle jetzt versuchen, die allgemeinen Methoden des Bibermanagements anzuwenden, damit der Nager weiter am Plauelbach leben könne. "Den Biber gab es bei uns seit fast 200 Jahren gar nicht mehr", erzählt Marcel Friedmann. "Dann ist er vor ein paar Jahren an der Rench aufgetaucht. Jetzt hat man hier im Herbst den ersten Damm gefunden."
Der Biber ist zurück - und bringt Vor- und Nachteile
Auch wenn der Biber für manche Landwirte offensichtlich Nachteile bringe, bringen die Tiere auch Vorteile, erklärt Marcel Friedmann. Indem der Biber an Bachläufen arbeite, sorge er dafür, dass die Bachläufe natürlicher werden. Durch die Lebensweise des Bibers bleibe mehr Wasser in der Landschaft, was uns in den heißen und trockenen Sommern zugutekomme, so der Experte.
Zur Klimawandelfolgenanpassung ist der Biber eigentlich optimal. Der Biber macht für uns vieles kostenlos als Ökosystemdienstleister.
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Es sei eben immer eine Frage der Perspektive - mit kontroversen Ansichten. Der Biber sei jetzt zwar nicht so ein emotionales Thema wie derzeit der Hornisgrinde-Wolf, erzählt Marcel Friedmann. Aber er beschäftige die Menschen hier schon auch.
Beim Fastnachtsumzug gab es zum Beispiel einen Wagen zum Biber. Und auch der Angelverein am Plauelbach ist sehr interessiert.