Der Verdacht hat sich bestätigt

Der Borstenwurm im Karlsruher Naturkundemuseum lebt noch

Wissenschaftler vermuten es schon lange: Der Borstenwurm im Karlsruher Meerwasseraquarium lebt und treibt weiter sein Unwesen. Von dem Tier wurden neue, eindeutige Spuren gefunden.

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Von Autor/in Heiner Kunold

Das unheimliche Unbekannte ist zurück: Der Borstenwurm im Meerwasseraquarium des Karlsruher Naturkundemuseums ist noch am Leben. Wissenschaftler haben neue Spuren entdeckt. Offenbar war bei der ersten Entdeckung des Wurmes nur das rund eineinhalb Meter lange Hinterteil des Tieres gefunden worden. Schon bei dieser Entdeckung hatten Experten gemutmaßt, der Kopf und ein Teil des Körpers könnten überlebt haben.

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Jahrelang trieb ein Borstenwurm im Aquarium des Karlsruher Naturkundemuseums sein Unwesen. Jetzt hat man einen Teil von ihm gefunden. Es könnte aber sein, dass der Wurm weiter lebt.

 Der Borstenwurm hat neue Spuren hinterlassen

Nun gibt es Gewissheit: Hannes Kirchhauser, der Chef des Aquariums im Karlsruher Naturkundemuseum, hat neue Fraßspuren an einer ganz bestimmten Koralle in seinem großen Meerwasserbecken gefunden. Entdeckt wurde außerdem eine neue, schleimartige, durchsichtige Röhre, die nur der Borstenwurm herstellt und die laut Kirchhauser zweifelsfrei von dem immer noch verschollenen Tier stammen muss. Solche Schleimröhren benutzt der Borstenwurm, um Höhlen und Gänge, in die er sich zurückzieht, auszukleiden.

Im Naturkundemuseum Karlsruhe wurde eine Schleimröhre gefunden, die von dem vermissten Borstenwurm stammen soll.
Im Naturkundemuseum Karlsruhe wurde eine Schleimröhre gefunden, die von dem vermissten Borstenwurm stammen soll.

 Borstenwurm regeneriert seinen Körper

Die Suche geht also weiter: Hannes Kirchhauser ist erneut auf der Jagd nach dem Tier, das seit Jahren in seinem Aquarium eine bestimmte Korallenart anfrisst. Kirchhauser geht davon aus, dass der Wurm dabei ist, seinen fehlenden Hinterkörper zu regenerieren.

Offenbar nach einer Beißattacke durch einen Fisch im Aquarium war ein Teil des Wurmes vor gut einem Monat auf dem Beckenboden des großen Meerwasseraquariums gefunden worden. Der Teil bewegte sich noch, starb aber dann schnell ab. Weil er ohne Kopf gefunden wurde, gingen Kirchhauser und andere Experten schon bald davon aus, dass der Kopf weiterleben könnte. Dieser Verdacht hat sich nun bestätigt.

 Noch lebt der Borstenwurm versteckt im Aquarium

Allerdings gibt es weiterhin keine konkreten Hinweise, wo sich der Restwurm versteckt halten könnte. Das 17 Meter lange und mehrere Meter breite Aquarium verfügt über große Felsenlandschaften, die mit Korallen bewachsen sind und viele Versteckmöglichkeiten bieten. Das Karlsruher Meerwasseraquarium gilt als eines der größten seiner Art mit lebendigen Korallen überhaupt. In Karlsruhe werden die Korallen dafür sogar selbst gezüchtet. Die Bestände im Becken unterliegen einer genauen Kontrolle. Deshalb konnten jetzt auch die zwei neuen Fraßspuren entdeckt werden.

Die Bissspuren an der Koralle
Die Bissspuren an der Koralle stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit vom vermissten Borstenwurm.

Borstenwurm wurde wohl aus Indonesien eingeschleppt 

Gen-Analysen des hinteren Teils des Borstenwurms liegen inzwischen ebenfalls vor: Demnach handelt es sich nicht um einen sogenannten Bobbit-Wurm, aber einen dieser Gattung sehr nahen Verwandten. Das Tier war wohl schon bei Einrichtung des Aquariums vor rund zehn Jahren mit sogenannten lebenden Steinen aus Indonesien eingeschleppt worden und ist dann jahrelang im Karlsruher Meerwasseraquarium weiter gewachsen. Ringelwürmer leben vorwiegend in tropischen Gewässern und sind nachtaktiv. Sie können bis zu drei Meter lang werden. Wie lang das Vorderteil im Karlsruher Aquarium ist, können auch die Wissenschaftler nur vermuten. 

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