"Fünf, vier, drei, zwei, eins": Und schon beginnt das große Puzzle-Fieber. Kaum hat der Veranstalter den Countdown im Kongresszentrum Pforzheim runtergezählt, bricht die Hektik aus. Die Packungen werden aufgerissen und dann kippen die Teilnehmer das 500-Teile-Set auf den Tisch. Der ein oder andere muss einzelne Stücke im Eifer des Gefechts wieder vom Boden aufsammeln.
Kein Wunder, denn die 2. Deutsche Meisterschaft im Puzzeln ist hart umkämpft und begeistert groß und klein. Von Kindern bis zu Senioren: fast alle Altersklassen sind vertreten. Die 26-jährige Lara Friedrich ist auch dabei. Vergangenes Jahr bei der Erstausgabe der Meisterschaft holte sie mit ihrer Schwester den 3. Platz im Teamwettbewerb.
Deutsche Meisterschaften im Puzzlen: Wie kommt man denn da hin?
Lara Friedrich puzzelt nicht nur bei der Meisterschaft mit, sondern ist auch Gründungsmitglied des Deutschen Puzzlevereins. Dieser organisiert das Event in Pforzheim. "Die Community wächst stetig, die Corona-Zeit hatte da bestimmt ihren Anteil daran", so die Heidelbergerin. So war es nämlich auch bei ihr. In Zeiten des Lockdowns habe sich die Liebe zum Puzzeln immens verstärkt, so Friedrich.
Sie übte und wurde immer besser. Sie fand Gleichgesinnte und schon war sie bei der ersten Deutschen Meisterschaft mit dabei. Eine Qualifikation gibt es dafür nicht. "Wer Lust hat, der kann kommen und sich für eine oder mehrere Kategorien anmelden", so Friedrich. Insgesamt über 600 Anmeldungen verzeichneten die Veranstalter dieses Jahr.
An dutzenden Tischen puzzeln weit über 100 Menschen gleichzeitig. In der Vorrunde haben die Teilnehmer 90 Minuten Zeit, um ihr Werk zu vollenden. In der Finalrunde sind es nur 75 Minuten. Sehr gute Puzzler schaffen es deutlich schneller.
Deutsche Meisterschaften im Puzzeln: Was macht die gute Puzzlerin aus?
Zu diesen gehört auch Laras Schwester Lisa. In Runde eins war sie eine der ersten die alle 500 Teile richtig zusammengesetzt hatte. 42 Minuten und 38 Sekunden: "Deutlich schneller als gedacht", schmunzelt sie.
Worin liegt aber das Geheimnis so schnell zu sein? Erst mal ist es wichtig, die Teile möglichst schnell umzudrehen. Viele üben das auch vor Wettbewerben gezielt, die Teile umzudrehen und dann motivabhängig vom Puzzle sich während dem Umdrehen schon Gedanken zu machen, mit was man starten möchte.
Nur für die Meisterschaft: Puzzle-Fans von überall her
Die Meisterschaft ist kein lokales Phänomen. Deutschlandweit haben Puzzle-Fans den Weg in den Nordschwarzwald auf sich genommen. So auch Familie Kaiserschatt aus Hannover - fast 500 Kilometer sind das. Auch die beiden Töchter sind dabei, um ihre Mutter anzufeuern. Die puzzelt nämlich mit. "Für mich ist es Entspannung, obwohl es schnell ist, finde ich es entspannt. Weil man den Kopf dabei ausschalten kann", erklärt die Frau.
Der Wettbewerb hat sogar internationale Teilnehmer, zum Beispiel aus Portugal. Ein solches Event muss gut organisiert werden. Katharina Bauernschmitt aus Nordbayern hilft beim Turnier als Schiedsrichter-Assistentin mit. Sie schaut, dass alles fair abläuft. In der Hektik kann nämlich auch mal ein Teil verloren gehen. Meistens befindet sich das noch in der überstürzt aufgerissenen Tüte, so Bauernschmitt.
Die wohl wichtigste Aufgabe ist das Erfassen der Zeit. "Am Ende der Frist werden meist viele gleichzeitig fertig", erzählt sie. Da müsse man den Überblick behalten. Bis die ganze Veranstaltung beendet ist, dauert es noch. Erst Sonntagabend sind alle Wettbewerbe gespielt bzw. gepuzzelt.