Invasive Art vermehrt sich jedes Jahr um das Fünffache

Bürgerinitiative aus Karlsruhe appelliert: Jetzt Nester der Asiatischen Hornisse entfernen

Die Nester der invasiven Asiatischen Hornisse sind derzeit noch klein und leicht erreichbar. Eine Bürgerinitiative aus Karlsruhe ruft deshalb zum schnellen Handeln auf.

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Von Autor/in Hannah Radgen

Noch ist die Königin der Asiatischen Hornisse alleine. Bald baut sie ein Volk von 2.000 bis 5.000 Tieren auf. Noch bis Ende Mai sei deshalb Zeit zu handeln, warnt die Karlsruher Bürgerinitiative "Stoppt die Asiatische Hornisse". Die Hornissenart ist ein Insektenfresser und kann pro Volk im Jahr bis zu elf Kilogramm Insekten vertilgen. Sie ist eine Gefahr für unser Ökosystem.

Kampf gegen Asiatische Hornisse: Jetzt Primärnester entfernen

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Ausbreitung der invasiven Asiatischen Hornisse in diesem Jahr zu verlangsamen. Die Königin hat gerade ihr sogenanntes Primärnest gebaut, tennisballgroß und beige-braun. Pro Jahr gibt es bei der Asiatischen Hornisse zwei Nester: das erste, kleine Primärnest, und später im Jahr das zweite, große Sekundärnest. Im ersten Nest produziert sie die ersten Arbeiterinnen, die später für sie das Sekundärnest bauen - das gilt es nach Aussage der Bürgerinitiative zu verhindern.

Die Primärnester der Asiatischen Hornisse hängen oft in Schuppen oder Sträuchern. Fred Huber, zertifizierter Nest-Entfernerder Bürgerinitiative, hat aber auch schon Nester in Vogelnistkästen, Kugelgrills oder in einem zugeklappten Sonnenschirm entdeckt. Eines sei aber immer gleich: Die Nester befänden sich immer in erreichbarer Höhe und seien sehr einfach zu entfernen, denn die Königin sei nicht aggressiv.

Nur die Arbeiterinnen sind aggressiv und verteidigen ihr Nest. In dem Stadium gibt es noch keine Arbeiterinnen, deshalb ist es jetzt ein Einfaches, die Nester zu entfernen

Die zweiten Nester, die Sekundärnester der Asiatischen Hornisse, befinden sich oft in 20 bis 30 Metern Höhe in Bäumen, können einen Durchmesser von einem Meter haben und enthalten jede Menge Arbeiterinnen, die ihr Nest verteidigen.

Im Frühjahr hatte die Bürgerinitiative bereits mit sogenannten Locktöpfchen versucht, die Königinnen der Asiatischen Hornisse abzufangen:

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Nest selbst entfernen oder Hilfe suchen?

"Wer sich traut, kann das Primärnest auch selbst entfernen", meint Fred Huber. Aber: Es muss sich sicher um eine Asiatische Hornisse handeln. Um sicherzugehen, sollten alle, die eine Hornisse und ein potentielles Nest bei sich entdecken, ein Foto an die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg schicken. Dort wird dann bestätigt, ob es sich wirklich um die invasive Art handelt. Auch die Bürgerinitiative bietet unter der E-Mail-Adresse: stopptah@gmail.com an, Fotos zu verifizieren.

Handelt es sich tatsächlich um eine Asiatische Hornisse, kann ein einfaches Glas über das Nest und die Königin gestülpt werden. Mit einem Spachtel oder einem Messer kann das Nest einfach gelöst werden. Die Hornisse mitsamt Nest sollte dann eingefroren werden, so die Initiative, um sie zu töten. Wer es sich nicht zutraut, das Nest selbst zu entfernen, kann sich an Schädlingsbekämpfer oder zertifizierte Nestentferner wenden. In der Region Karlsruhe hilft auch die Bürgerinitiative. Mittlerweile müssen die Kosten für die Entfernung des Nests der Asiatischen Hornisse in der Regel selbst getragen werden. Eine Ausnahme stellen die Primärnester dar. Zertifizierte Nestentferner bekommen pro Entfernung eines Primärnests einen Zuschuss.

Eine Bürgerinitiative aus Karlsruhe warnt: Jetzt sei die letzte Möglichkeit im Jahr, die Nester der Asiatischen Hornisse noch selbst zu entfernen.
Marco Rossi aus Karlsruhe hat die Bürgerinitiative zur Hilfe geholt. Unter dem Dach seiner Gartenterrasse hat sich eine Asiatische Hornisse ihr Primärnest gebaut. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Bürgerinitiative aus Karlsruhe warnt: Jetzt sei die letzte Möglichkeit im Jahr, die Nester der Asiatischen Hornisse noch selbst zu entfernen.
Tennisball-groß und beige-braun: Das Primärnest ist oft gar nicht einfach zu entdecken. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Bürgerinitiative aus Karlsruhe warnt: Jetzt sei die letzte Möglichkeit im Jahr, die Nester der Asiatischen Hornisse noch selbst zu entfernen.
Die Königin legt im Primärnest die Eier für die ersten Arbeiterinnen. Sie bauen später im Jahr das Sekundärnest. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Bürgerinitiative aus Karlsruhe warnt: Jetzt sei die letzte Möglichkeit im Jahr, die Nester der Asiatischen Hornisse noch selbst zu entfernen.
Fred Huber von der Bürgerinitiative "Stoppt die Asiatische Hornisse" entfernt das Nest mit einem Glas und einem Messer. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Bürgerinitiative aus Karlsruhe warnt: Jetzt sei die letzte Möglichkeit im Jahr, die Nester der Asiatischen Hornisse noch selbst zu entfernen.
Die Königin der Asiatischen Hornisse mit ihrem Primärnest ist nun im Glas gefangen. Sie wird eingefroren. Bild in Detailansicht öffnen

Invasive Asiatische Hornisse: Ausbreitung rasant

Die Asiatische Hornisse ist in Baden-Württemberg auf dem Vormarsch - und das in schnellem Tempo. Laut Umweltministerium hat sich die Zahl der entdeckten Nester in den letzten Jahren verdreifacht. Dabei frisst die Hornisse massenhaft Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten. Damit schädigt sie Ökosysteme und die Imkerei. Experten sind sich einig, dass die Ausbreitung der invasiven Art nicht mehr gestoppt, sondern nur noch verlangsamt werden kann. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt seien doppelt so viele Sichtungen wie im letzten Jahr gemeldet worden, erzählt Heike Jung von der Bürgerinitiative.

Der Bestand der Asiatischen Hornisse vervielfacht sich jedes Jahr um das Fünffache.

Bürgerinitiative: "Bild der Asiatischen Hornisse noch nicht in den Köpfen"

Die Asiatische Hornisse hat im Vergleich zur geschützten Europäischen Hornisse einen dunklen Hinterleib und gelbe Beinenden. Dennoch sei es für viele wirklich schwer, die beiden Arten auseinanderzuhalten, erzählt Heike Jung. "Es ist wirklich unglaublich, was für Bilder wir zugeschickt bekommen. Da sind Käfer dabei, unterschiedliche, geschützte Wildbienen." Das Bild der Asiatischen Hornisse sei bei Weitem noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen.

Eine Asiatische und eine Europäische Hornisse im Vergleich.
Die Asiatische Hornisse (links) unterscheidet sich von der Europäischen (rechts) durch einen dunkleren Hinterleib und gelbe Beinenden. Links: picture alliance/dpa / Axel Heimken, rechts: IMAGO / Zoonar - Montage: SWR

Heike Jung von der Bürgerinitiative sagt, beide Hornissenarten seien zudem unterschiedlich aggressiv. Gemeinsam mit ihrem Mann siedelt sie Nester der Europäischen Hornisse um. Dabei tragen sie keinen Schutzanzug - anders als bei den Asiatischen Hornissen. Zudem sei die Zusammensetzung des Gifts der Tiere eine andere und der Stachel der invasiven Art deutlich länger, so die Expertin. Durch gewöhnliche Imkerschutzanzüge würden die Asiatischen Hornissen einfach hindurchstechen.

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Hannah Radgen
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