Die Deutsche Bahn und das Land Baden-Württemberg streiten um die Modernisierung der Residenzbahn zwischen Karlsruhe und Stuttgart. Das Land hat den Angaben nach "freiwillig" 8,5 Millionen Euro in die Bahnstrecke gesteckt, sieht aber eigentlich die Deutsche Bahn AG (DB) in der Pflicht.
DB bewertet Zustand als "beanstandungsfrei"
Das Land springt ein, weil die DB notwendige Finanzierungen nicht bereitgestellt habe, obwohl die Strecke in der alleinigen Verantwortung des Bundes liege, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion.
Die DB sagt, der Zustand der Infrastruktur sei "beanstandungsfrei". Das einzige Problem sei eine seit über zehn Jahren bestehende Langsamfahrstelle am Bahnübergang in Kleinsteinbach (Kreis Karlsruhe), die zu Fahrtzeitverlusten von einer Minute führen würde. Das Land habe sich wiederholt für deren Beseitigung eingesetzt.
DB sieht keinen Handlungsbedarf
Aus Sicht der Deutschen Bahn besteht kein Handlungsbedarf, um die Strecke widerstandsfähiger zu machen. Zum Beispiel gegen Störungen oder Extremwetter.
Die Landesregierung sieht das anders. Sie bedauert, dass die DB keine Pläne für zusätzliche Alternativverbindungen auf langen Streckenabschnitten hat, um bei Störungen flexibler reagieren zu können.
Zentrale Strecke zwischen Karlsruhe und Stuttgart
Unabhängig davon plant die DB ab 2029 umfangreiche Baumaßnahmen auf der Strecke. So sollen die Bahnhöfe Wilferdingen-Singen und Pforzheim für 740 Meter lange Güterzüge ausgebaut werden. In Mühlacker und Vaihingen (Enz) werden die alten Stellwerke durch moderne elektronische Technik ersetzt.
Die Residenzbahn ist eine zentrale Schienenachse, die die Wirtschaftsstandorte Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart verbindet. Wegen Bauarbeiten ist im kommenden Oktober eine mehrtägige Vollsperrung zwischen Pforzheim und Mühlacker vorgesehen.