"Zur Sache! Baden-Württemberg" aus einer Karlsruher Schule

Wehrpflicht, Migration, Schule: Was bewegt die Jugend vor der Landtagswahl in BW?

"Zur Sache! Baden-Württemberg" war an einem Gymnasium in Karlsruhe. Rund 140 Jugendliche konnten Politikern ihre Fragen zur Landtagswahl 2026 stellen - direkt und auf Augenhöhe

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Von Autor/in Mirka Tiede

Am 8. März wird in Baden-Württemberg der neue Landtag gewählt. "Zur Sache! Baden-Württemberg" möchte die Politik greifbar und verständlich für junge Menschen machen. Deswegen ist die SWR-Sendung am Donnerstagabend in die Welt der Jugend und der jungen Erwachsenen eingetaucht und sendete aus dem Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe.

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Jugendliche von vier Schulen in Karlsruhe stellten Fragen

Rund 140 Schülerinnen und Schüler von vier Karlsruher Schulen wurden in die Sendung eingeladen. Sie durften jungen Politikerinnen und Politikern aus Baden-Württemberg ihre Fragen stellen - direkt und auf Augenhöhe.

Die drei Hauptthemen "Wehrpflicht", "Schule" und "Migration" wurden vor der Sendung von den Schülerinnen und Schülern gewählt. Mit dabei war das Otto-Hahn-Gymnasium, die Tulla-Realschule, die Ernst-Reuter-Schule (Gemeinschaftsschule) und die Engelbert-Bohn-Schule (Berufsschule). Die Sendung wurde von Alexandra Gondorf und Florian Weber moderiert.

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Diese Politiker und Politikerinnen stellten sich den Fragen der Schülerinnen und Schülern:

  • Clara Resch, Grüne-MdL (Jahrgang 1995)
  • Matthias Miller, CDU-MdL (Jahrgang 1991)
  • Jan Peter Röderer, SPD-MdL (Jahrgang 1986)
  • Alena Fink-Trauschel, FDP-MdL (Jahrgang 1999)
  • Miguel Klauß, AfD-MdL (Jahrgang 1986)
  • Amelie Vollmer, Linke (Jahrgang 2003)

Wehrpflicht: Wichtiges Thema für Schülerinnen und Schüler

Bei den Schülerinnen und Schülern der Engelbert-Bohn-Schule kam die Veranstaltung gut an. Liane Erich hat die Fernsehsendung schon ein paar Mal zusammen mit ihren Eltern geschaut. Jetzt war die 19-Jährige selbst Teil der Sendung und hatte sogar einen wichtigen Job: Sie war die Zuständige für den "Hä"-Buzzer.

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Das Element wurde extra für die Sondersendung entwickelt und durfte pro Themenblock einmal gedrückt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler im Publikum noch eine Nachfrage zu einer Antwort hatten. Eine herausfordernde Aufgabe für die 19-Jährige, weil sie jede Menge Konzentration erforderte. Dennoch fand sie den Buzzer gut und hätte ihn gerne deutlich häufiger gedrückt.

Es waren viele fragende Gesichter, die mich angeschaut haben: Bitte, drück' doch mal!

Die Auszubildende mochte die ehrlichen und konkreten Antworten der Politikerinnen und Politiker. Hätte aber ein oder anderen Stelle auch ganz gerne selbst mitdiskutiert.

Liane Erich am Buzzer am "Hä"-Buzzer der "Zur Sache! Baden-Württemberg"-Sondersendung in Karlsruhe.
Liane Erich durfte bei der "Zur Sache! Baden-Württemberg"-Sondersendung in Karlsruhe den "Hä"-Buzzer bedienen.

Nach Sendung in Karlsruhe: Wunsch nach Wiederholung

Für Juliana Sudau ist die Wehrpflicht ein wichtiges Thema. Dazu durfte die 22-Jährige innerhalb der Sendung ihre Meinung sagen. Die Auszubildende fand es gut, ihre Sorgen und Bedenken äußern zu können. Besonders die jüngeren Schülerinnen und Schüler haben ihrer Meinung nach während der Sendung sehr starke Fragen gestellt, die die Politiker ins Grübeln gebracht haben.

Ich finde, den jungen Leuten sollte viel öfter eine Stimme gegeben werden. Weil man sieht ja, was für bewegende Probleme und Sorgen die Leute haben.

Juliana Sudau mochte den Wechsel der unterschiedlichen Fragenarten innerhalb der Sendung. Gleichzeitig fand sie es schade, dass am Ende viele Fragen nur einem der Politiker gestellt wurden. Abseits der Sendung informiere sich die Auszubildende sonst über die Wahlprogramme. Sie schaue sich die Reden der Politikerinnen und Politiker an und wie sie sich in den sozialen Medien präsentieren.

Juliana Sudau nach der Aufnahme der "Zur Sache! Baden-Württemberg" Sondersendung im Otto-Hahn-Gymnasium
Juliana Sudau hat in der "Zur Sache! Baden-Württemberg" Sondersendung ihre Meinung zur Wehrpflicht gesagt.

Landtagswahl in BW: Migration als zentrales Thema

Aleyna Dogrusöz wünscht sich, dass durch die Sendung die Stimme der Jugend mehr gehört wird. Die 25-Jährige fand es gut, innerhalb der Sendung dafür die Gelegenheit zu bekommen. Neben der Wehrpflicht ist für die Auszubildende auch das Thema Migration wichtig. Denn als Person, die selbst einen Migrationshintergrund hat, spüre sie den Hass von anderen. "Auch wenn man hier geboren ist und die deutsche Sprache perfekt beherrscht, merkt man trotzdem, dass man einfach nicht zu Hause ist", sagt sie.

Deutschland ist so vielfältig. Wir haben hier zig verschiedene Nationalitäten. Und dass es bis jetzt noch nicht wirklich akzeptiert wurde, finde ich schade. Ich erhoffe mir, dass es irgendwann akzeptiert wird, dass Deutschland kunterbunt ist.

Im Themenblock "Migration" hat Aleyna Dogrusöz selbst eine Frage gestellt. Eigentlich habe sie eine andere im Kopf gehabt. "Als ich dann aber gesehen habe: Thema Migration, da musste ich einfach strecken und meine Frage stellen", sagt sie.

Nilah Schönfeld und Aleyna Dogrusöz nach der "Zur Sache! Baden-Wüttemberg" Sondersendung im Karlsruher Otto-Hahn-Gymnasium.
Nilah Schönfeld und Aleyna Dogrusöz waren bei der "Zur Sache! Baden-Württemberg" Sondersendung im Publikum.

Einblick vor der Landtagswahl kam gut an

Nilah Schönfeld fand den Einblick kurz vor der Wahl richtig gut. Die 20-Jährige wisse noch nicht zu 100 Prozent, wen sie wählt. Sei sich aber schon ein bisschen sicherer. Besonders mochte sie, dass es nach den Frageblöcken zu den drei Hauptthemen noch einen für freie Fragen gab - und den "Hä"-Buzzer.

Die Auszubildende mag es, dass Jugendliche durch die Sendung ins Gespräch mit den Politikerinnen und Politikern kommen können: "Reden ist einfach das Beste." Sie ärgert sich darüber, dass Jugendliche abgestempelt und in einen Topf geschmissen werden: "Da heißt es immer, dass wir Jugendlichen keine Lust haben, unmotiviert sind. Und dann hört auch keiner zu."

Nilah Schönfeld interessiert sich besonders für die Wehrpflicht, weil ihr Bruder davon direkt betroffen ist. Sie ist bei dem Thema hin- und hergerissen. Weil sie sich einerseits Sorgen um ihren Bruder mache. Aber den Dienst andererseits auch gut finde, weil er die Disziplin fördere. Deutschland müsse sich ihrer Meinung nach über den Ernstfall Gedanken machen. "Darauf vorbereitet zu sein, ist immer besser als nicht darauf vorbereitet zu sein."

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Mirka Tiede
SWR-Reporterin steht in einem Großraumbüro

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