Landwirt erzählt von seiner Arbeit

Staubige Kindheit, smarte Zukunft: Der Wandel der Landwirtschaft durch KI in Bruchsal

In vielen Regionen Baden-Württembergs ist die Getreideernte in vollem Gange. Unterstützung erhalten die Landwirte in Bruchsal dabei von Künstlicher Intelligenz, integriert im Mähdrescher.

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Von Autor/in Simon Hartmann

"Staubig, heiß und es hat furchtbar gejuckt", so beschreibt der Bruchsaler Landwirt und Agraringenieur Ulrich Dahm seine Erinnerungen an das Dreschen in seiner Kindheit. Dreschmaschine, Flegel und Co. gehören allerdings längst der Vergangenheit an. Die Getreideernte läuft inzwischen hoch digitalisiert und automatisiert. Künstliche Intelligenz (KI) ist einer der Schlüssel dazu.

Ulrich Dahm, Agraringenieur und Landwirt, steht vor einer Wand auf seinem Hof bei Bruchsal. Er verwendet in der Landwirtschaft KI.
Ulrich Dahm betreibt mit seiner Familie den Rohrbacher Hof bei Bruchsal.

Landwirtschaft: Was kann die KI im Mähdrescher?

Laut Dahm stecken viele Projekte, wie Künstliche Intelligenz auf dem Feld eingesetzt werden kann, noch in den Kinderschuhen. Einiges ist aber bereits jetzt Realität. Durch Sensoren an der Maschine wird eine Kornanalyse des Getreides durchgeführt. Diese können außerdem auch besonders ertragreiche Abschnitte auf den Feldern erkennen und die Ausbringung der Düngemittel anpassen.

Besonders viel verspricht sich Dahm von einem bestimmten KI-System. Dieses erkennt, wenn ein Bauteil bald kaputtgehen könnte und schickt bereits eine Warnung an die Werkstatt.

Landwirtschaft im Wandel: Im Mähdrescher in Bruchsal befindet sich viel Technik, die mit Künstlicher Intelligenz funktioniert.
Im Mähdrescher befindet sich viel Technik, die mit Künstlicher Intelligenz funktioniert.

Es ginge aber noch deutlich mehr. "Ziel ist das autonome Fahren auf dem Feld", sagt Daniel Metz, Geschäftsführer vom Zweibrückener Werk des Landmaschinenherstellers John Deere. Aktuell sei das allerdings nicht möglich. In Deutschland ist das autonome Fahren auf dem Acker noch nicht erlaubt, erklärt Metz. Technologisch sei es aber kein Problem, ergänzte der CEO.

Künstliche Intelligenz: Dann ist sie in der Landwirtschaft sinnvoll

Landwirt Dahm ist völlig überrascht, welche Dimensionen die technischen Möglichkeiten in der Landwirtschaft inzwischen angenommen haben. "Unmöglich", antwortete er auf die Frage, ob er sich das vor 30 Jahren hätte vorstellen können. Er selbst war bis vor ein paar Jahren noch skeptisch beim Einsatz von KI in der Landwirtschaft. Mittlerweile ist er überzeugt.

Künstliche Intelligenz ist dann hilfreich, wenn der Mensch in seiner Tätigkeit eine erhebliche Entlastung erfährt.

In Bruchsal ist insbesondere die nächste Generation am Zug

Auch Dahms Tochter Anna sieht große Vorteile in der KI-Nutzung. Die 21-jährige auszubildende Land- und Baumaschinenmechatronikerin ist mit den modernen Gerätschaften bestens vertraut. Besonders beeindruckt ist sie von der Durchsatzmenge an Getreide, welches mit dem KI-gestützten Mähdrescher gedroschen werden kann. "Wahnsinn, wie viel Hektar ich damit ernten kann", staunt Anna Dahm.

Ihr Vater vertraut ihr mit den teuren und hochkomplexen Maschinen, dafür ist sie dankbar. Das sei nicht selbstverständlich, dass Landwirte ihrem Nachwuchs eine solche Verantwortung zutrauen würden, sagt die Junglandwirtin.

Anna Dahm sitzt in Bruchsal am Steuer eines Mähdreschers. Sie will in Zukunft in der Landwirtschaft noch mehr KI nutzen.
Anna Dahm ist Auszubildende als Land- und Baumaschinenmechatronikerin und unterstützt ihren Vater in der Landwirtschaft.

In Zukunft will Anna Dahm noch mehr KI in der Landwirtschaft nutzen. Sie könnte sich nach ihrer Ausbildung ein Studium vorstellen, um noch tiefer in die Materie einzudringen. Auch ihr Vater unterstützt sie bei ihrem beruflichen Ziel.

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Autor/in
Simon Hartmann
SWR-Reporter Simon Hartmann bei einer Live-Schalte für SWR Aktuell