Im "Museum beim Markt" steht das Karlsruher Schloss aus Klemmbausteinen. Rund 250.000 Teile und tausende Stunden Arbeit sind in die Mini-Version geflossen. Obwohl es nur eine kleine Variante ist, hat das nachgebaute Schloss dennoch eine beachtliche Größe: Es wiegt mehr als 400 Kilo, ist fast fünf Meter breit und 1,60 Meter hoch.
Diese schiere Größe, diese Monumentalität zu sehen. Das ist sehr eindrucksvoll.
Endspurt für das Mini-Schloss in Karlsruhe
Am Montag wurden am Klötzle-Schloss noch die letzten Feinheiten gemacht. Die Mitarbeitenden haben auf Hochtouren gearbeitet, um noch rechtzeitig fertig zu werden. "Unser Produktdesigner ist da bis an seine äußersten Limits gegangen", erzählt Marvin Lichtfels, der Geschäftsführer des Karlsruher Klemmbaustein-Herstellers Stone Heap. "Er hat bis vier Uhr nachts am frühen Montagmorgen daran gearbeitet."
Beim Bauen waren bis zu 14 Ehrenamtliche aus der regionalen Klemmbaustein-Gemeinschaft mit dabei. Das Projekt ist für sie etwas ganz Besonderes: "Ich könnte heulen. Etwas mit den eigenen Händen fertiggemacht zu haben. Das befriedigt unheimlich", sagt Tibor Hoffmann.
Lego und Klemmbausteine erinnern an Kindheit
Für viele der Mitarbeiter waren Klemmbausteine ein Teil der Kindheit und Jugend. Auch für den Projektleiter Marvin Gedigk: "Dass ich beruflich mit Klemmbausteinen mal in dieser Art und Weise zu tun haben werde, hatte ich jetzt auch nicht unbedingt gedacht", sagt er. Auch Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums, hat in seiner Kindheit mit den Klötzen gespielt. Er musste damals aber noch auf eine begrenzte Anzahl an Klemmbausteinen zurückgreifen.
Besonders bei der detaillierten Inneneinrichtung des Schlosses komme bei ihm wieder der kleine Junge durch. "Wir haben schon gefrotzelt, dass wir eigentlich für jeden von uns noch einen Avatar brauchen, den wir dann da reinsetzen. Damit man auch unsere Arbeit abbildet", lacht er. "Das wäre sehr verlockend. Schauen wir mal, was uns noch alles einfällt."
Viel Liebe fürs Detail beim Nachbau des Karlsruher Schlosses
Das Schloss ist auf der Rückseite offen. Ein paar der Räume sind bereits nachgebaut worden. "Wir wollten eben auch in so einem Puppenhaus-Charakter einen Einblick in die Ausstellungen haben", erklärt Marvin Gedigk. Aktuell ist im Innenleben des Mini-Schlosses aber noch jede Menge Platz. Nach und nach sollen die anderen Schausammlungen im Klemmbaustein-Maßstab die leeren Stellen füllen. Und auch verschiedene Dauer- und Sonderausstellungen der Vergangenheit sollen zeitweise ihr Revival haben.
Beim Nachbau wurde sich viel Mühe gegeben, verschiedene Details richtig zu erfassen. Kleine Abweichungen gibt es aber dennoch. Wie den Thronsaal, der um 180 Grad gedreht wurde. So können ihn sich die Zuschauer besser anschauen. Beim Aufbau sind auch kleine Eigenheiten am Schloss selbst aufgefallen: "Die Bauleute haben zum Beispiel erkannt, dass der Westflügel unterkellert ist - der Ostflügel nicht", erzählt Eckart Köhne. "So was fällt natürlich auf, wenn man auf die Pläne des Gebäudes schaut. Es sieht ja sehr asymmetrisch aus, aber es gibt Abweichungen."
Mini-Bausatz vom Schloss für Zuhause
Das Klötzle-Schloss wird am Freitagnachmittag eingeweiht. Es steht im Bereich des "Museum beim Markt", den die Besucher kostenlos besuchen können. Das Schloss wurde ausschließlich mit Steinen gebaut, die auch im Handel erhältlich sind - die Farben wurden von Stone Heap aber extra für das Projekt angefertigt. Für jeden, der das Schloss selbst nachbauen möchte, soll es auch ab Anfang August einen kleinen Mini-Bausatz geben. Startschuss des Verkaufes ist die Karlsruher Museumsnacht "KAMUNA".