Fahrlässige Tötung im Enzkreis

Tod von Radaktivist Natenom: Autofahrer akzeptiert jetzt doch Strafbefehl

Knapp ein Jahr nach dem Tod des Radaktivisten Natenom hat der Unfallfahrer seinen Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung akzeptiert. Der Mann hat seinen Einspruch zurückgezogen.

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Stand

Nach dem Tod des Radaktivisten Natenom im Januar 2024 hat der 78-jährige Unfallverursacher den gegen ihn verhängten Strafbefehl nun doch akzeptiert. Zunächst hatte der Rentner Einspruch eingelegt, diesen zog er jetzt zurück. Das Amtsgericht Pforzheim verhängte ein zweimonatiges Fahrverbot gegen den Mann und eine Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Der Mann gilt damit als vorbestraft.

Autofahrer soll Natenom aus Unachtsamkeit übersehen haben

Die Ermittler waren zu dem Schluss gekommen, dass der 78-Jährige den Pforzheimer Radaktivisten am 30. Januar 2024 auf einer Landstraße bei Neuhausen (Enzkreis) in Folge von Unachtsamkeit erfasst hatte. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten laut Staatsanwaltschaft gute Sichtverhältnisse. Zudem sei der unter dem Pseudonym Natenom bekannte Aktivist mit Warnweste und eingeschaltetem Licht gefahren, so die Ermittlungen. Trotzdem habe der Autofahrer den Radfahrer übersehen. Er sei mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 Stundenkilometern ungebremst auf den 43-Jährigen aufgefahren. Dieser starb noch an der Unfallstelle.

Wir haben in diesem Artikel ausführlich über den Unfalltod des Pforzheimer Radaktivisten Natenom berichtet:

Tod Natenoms erschütterte Radfahrerszene

Der Tod des Radaktivisten hatte bundesweit in der Radlerszene für Bestürzung gesorgt. Natenom hatte für die Rechte von Radfahrern gekämpft und erzielte mit seinen Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken eine große Reichweite. Zugleich war er umstritten, weil er Autofahrer filmte, die nicht den vorgeschriebenen Mindestabstand einhielten. Nach seinem Tod beteiligten sich mehrere Hundert Radfahrer an Gedenkfahrten.

Neuhausen

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