Erster Preis beim Geschichtswettbewerb

Fast jeder hat "seinen" Bildschirm in der Tasche: Karlsruher Schüler erinnern an vergessenen Erfinder

Otto Lehmann hat den Grundstein für eine Erfindung gelegt, die heute jeder kennt und nutzt. Doch er bleibt unbekannt. Schüler aus Karlsruhe rücken ihn nun ins Rampenlicht.

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Von Autor/in Patrisha Walters

Otto Lehmann ist ein Name, der vielen nur durch ein Straßenschild auf dem KIT-Gelände in Karlsruhe bekannt ist. Außerhalb der Wissenschaftswelt ist er nahezu unbekannt, obwohl jeder einen Teil seiner Erfindung mit sich herumträgt.

Archivbild: Otto Lehmann mit seinem Mikroskop. Der Wissenschaftler hat etwas erfunden, das jeder von uns kennt und nutzt. Schüler aus Karlsruhe erinnern an ihn.
Archivbild: Otto Lehmann mit seinem Mikroskop. Der Wissenschaftler hat etwas erfunden, das jeder von uns kennt und nutzt. Schüler aus Karlsruhe erinnern an ihn.

Karlsruher Schüler gewinnen wichtigen Wettbewerb

Drei Abiturienten des Bismarck-Gymnasiums in Karlsruhe haben sich sechs Monate lang mit ihm und seiner Arbeit auseinandergesetzt. Dafür haben sie den 1. Preis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten gewonnen.

Wir haben versucht, ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.

"Ich habe den Eindruck, dass sehr viele Personen, die sehr Wichtiges getan haben, oft in der Geschichte übersehen werden und wir haben versucht, da vielleicht ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen", sagt Tudor Vostinar, einer der Preisträger.

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Schüler des Ludwig-Marum-Gymnasiums aus Pfinztal erhalten den Julius Hirsch Preis des Deutschen Fußball-Bundes. Damit zeichnet der DFB Projekte gegen Antisemitismus und Diskriminierung aus.

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Vergessener Karlsruher Erfinder war Vorreiter von LCDs

Das Ergebnis von Lehmanns Forschung ist in vielen technischen Geräten zu finden. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Als Otto Lehmann im neunzehnten Jahrhundert in Karlsruhe flüssige Kristalle erforschte, ignorierte ihn die Wissenschaftswelt. Für seine Arbeit gab es keine praktische Umsetzung - noch nicht. Doch Lehmann forschte weiter.

Erst 50 Jahre nach seinem Tod, als in den 1970er-Jahren LCDs entwickelt wurden, kam sein Name wieder auf. Heutzutage trägt fast jeder Mensch flüssige Kristalle mit sich herum. LCDs oder Flüssigkristallanzeigen sind in nahezu allen Computermonitoren, Fernsehern oder Handybildschirmen verbaut.

Abiturienten durchforsten Nachlass von Otto Lehmann

Für ihre Forschung eröffnete das KIT-Archiv den drei Jungen den gesamten Nachlass Otto Lehmanns. Ein halbes Jahr lang wälzten sich Arthur, Theo und Tudor durch digitale und analoge Quellen von Lehmanns Arbeit, zum Beispiel Briefe und Aufzeichnungen.

"Vor allem, wenn man so handschriftliche Dokumente von ihm vorliegen hat, ist das ja so eine ganz andere persönliche Beziehung, die man dann hat", sagt Preisträger Theo Balthasar.

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Preis für Demokratiebildung Deutscher Schulpreis 2025: Karlsruher Schule in Berlin ausgezeichnet

Mitbestimmung statt nur Mitlaufen: Die Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe zeigt, wie Demokratie in der Schule gelebt werden kann und wird dafür bundesweit ausgezeichnet.

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Bundespräsident zeichnet Abiturienten für ihre Forschung aus

In ihrer Arbeit haben die drei Otto Lehmann wieder aufleben lassen. Dafür haben sie im November 2025 den 1. Preis des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten und der Körber-Stiftung und konnten sich über 2.500 Euro Preisgeld freuen. Zum ersten Mal zeichneten die Stiftung und der Bundespräsident das Bismarck-Gymnasium auch als landesbeste Schule in Baden-Württemberg aus.

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Forschen statt Ferien KIT Science Camps: Kinder erleben Wissenschaft hautnah

Jugendliche lernen im Science Camp des KIT, wie Wetterballons funktionieren und der Klimawandel erforscht wird. Das Ferienangebot richtet sich an Schüler der Klassen 7 bis 10.

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Wie exzellent ist Baden-Württemberg? Ruhm und Geld: Entscheidung über Exzellenz-Förderung für Universitäten

Am Donnerstag wird entschieden, welche Forschungsprojekte zu sogenannten "Exzellenzclustern" werden und damit Anspruch auf Förderung haben. Davon hängt auch ab, welche Hochschulen sich Exzellenzuniversitäten nennen dürfen.

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Autor/in
Patrisha Walters
SWR-Reporterin steht in einem Großraumbüro

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