In der Karlsruher Innenstadt haben sogenannte "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" am Samstag eine Kundgebung abgehalten. Auch acht Gegendemonstrationen waren angemeldet. Vom Schloss zog ein Demonstrationszug durch die Karlsruher Innenstadt, aufgrund des Wetters wurde die Strecke verkürzt.
Laut Polizei verliefen Kundgebung und Gegendemonstrationen weitgehend friedlich. Auf Seiten der "Reichsbürger" seien es rund 350 Teilnehmende gewesen, auf der Gegenseite etwa 300 Demonstrierende. Mit rund 200 Beamten war die Polizei im Einsatz. Sie hätte beide Seiten mehrmals ermahnt, weil diese zu laut waren.
Die Kundgebung der "Reichsbürger" in der Innenstadt von Karlsruhe stand unter dem Motto "Das sechste große Treffen der Bundesstaaten, Heimath und Weltfrieden". Solche Treffen gab es in der Vergangenheit schon an anderen Orten: erst vor kurzem in Schwerin und vor längerer Zeit in München. Das Landesamt für Verfassungsschutz schätzt, dass diese Treffen Teil einer Öffentlichkeitskampagne des Milieus sind.
Im Stadtgebiet habe es nicht nur Gegendemonstrationen, sondern auch verschiedene Aktionen gegeben, so das Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Karlsruhe. Dabei handelt es sich um ein breites zivilgesellschaftliches und überparteiliches Bündnis, dem unter anderem das Badische Landesmuseum, der AWO Kreisverband Karlsruhe-Stadt e.V. und die Stadt Karlsruhe angehören.
"Landesvereinigung Baden in Europa": Flagge zeigen
Die "Landesvereinigung Baden in Europa" hatte sich am Kaiser-Denkmal auf dem Kaiserplatz mit einem Banner positioniert. Eigentlich sei geplant gewesen, das Denkmal zu verhüllen, aber das habe "aus denkmalschutz- und versammlungsrechtlichen Gründen leider nicht umgesetzt werden" können.