Objekte sonst meist nicht zu sehen

"Einhorn-Horn" oder versteinerter Blitz: Neue Ausstellung im Naturkundemuseum Karlsruhe

Ein vermeintliches Einhorn-Horn, ein versteinerter Blitz oder ein See-Elefant: Die Sonderausstellung "Versammelt" im Naturkundemuseum Karlsruhe zeigt Objekte, die sonst meist nicht zu sehen sind.

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Von Autor/in Christina Kist

Mehrere Millionen Sammlungsobjekte sind in den Magazinen des Naturkundemuseums Karlsruhe untergebracht. Davon zeigt das Museum ab Donnerstag in der Sonderausstellung "Versammelt" eine besondere Auswahl: Zu sehen sind 32 Objekte und Serien, die in der Regel hinter verschlossenen Türen aufbewahrt werden. Manche Stücke sind riesig, uralt oder besonders giftig.

Mammutstoßzahn wurde zu Einhorn-Horn

Besonders kurios ist das Fragment eines Mammutstoßzahns. Es wurde früher für das Horn eines Einhorns gehalten. Die Banderole am Horn weist es als "unicornu" aus, das im Mittelalter als Heilmittel für allerlei Beschwerden galt. Es ist eines der ältesten Objekte im Museum und stammt aus der Sammlung der badischen Markgrafen. Karoline Luise von Baden legte mit ihrem Naturalienkabinett den Grundstein für die Sammlungen.

Ein Stoßzahnfragment eines Wollhaarmammuts
Ein Stoßzahnfragment eines Wollhaarmammuts - einst für das Horn eines Einhorns gehalten


Früher wurden viele Gegenstände ganz anders gedeutet als von der heutigen Wissenschaft. Man erklärte sie zu Überresten aus biblischen Zeiten oder Zeugnissen fantastischer Wesen. Zu sehen ist auch eine vermeintliche Meerjungfrau, die sich später als versteinerter Schädel eines Waldnashorns herausgestellt hat. Auch fossile Zähne der größten Haifischart, die laut Museum je gelebt hat, sind Teile der Ausstellung.

Auch See-Elefant und Riesenkrabbe in Naturkundemuseum Karlsruhe

Imposant in der Ausstellung ist vor allem der präparierte Körper von Tristan, einem See-Elefanten. Er war einst Publikumsliebling in der Stuttgarter Wilhelma. Zu sehen sind auch eine Japanische Riesenkrabbe oder der größte Tagfalter, der Königin-Alexandra-Vogelflügler. Besonders ungewöhnlich ist ein versteinerter Blitz. Er entsteht, wenn ein Blitz in Sand einschlägt und die darin enthaltenen Minerale schmelzen.

Präparat eines See-Elefanten
Präparat des See-Elefanten Tristan aus der Stuttgarter Wilhelma Bild in Detailansicht öffnen
Modell einer Zwergspinne im Maßstab 100:1
Hundertfach vergrößert: ein Modell des Periskop-Zierköpfchens, einer Zwergspinne. Bild in Detailansicht öffnen
Fossile Haifischzähne auf Stäben
Fossile Zähne des Urzeithais Megalodon Bild in Detailansicht öffnen
Japanische Riesenkrabbe
Auch eine Japanische Riesenkrabbe, die größte Krebsart, ist zu sehen. Bild in Detailansicht öffnen
Alkoholsammlung: verschiedene Glasbehälter mit Objekten
Das Aufbewahren in Alkohol sichert Objekte vor dem Verfall. Bild in Detailansicht öffnen
Steinschränkchen der Markgräfin Karoline Luise von Baden aus den 1760er Jahren
Steinschränkchen der Markgräfin Karoline Luise von Baden aus den 1760er Jahren Bild in Detailansicht öffnen

In der Sonderausstellung bekommen Besucherinnen und Besucher auch Einblicke in Präparation und Forschung. Die Ausstellungsmacher wollen zeigen, warum es sich lohnt, solche Sammlungen zu erhalten und welche Bedeutung sie haben.

Sammlungen gelten ja immer so ein bisschen als etwas Verstaubtes, was sie gar nicht sind.

Kuratorin und Kurator im Ausstellungsraum
Die beiden Kuratoren Constanze Hampp und Albrecht Manegold haben die Ausstellung gemeinsam erarbeitet.

Barrierefreie Ausstellung im Naturkundemuseum Karlsruhe

Großen Wert haben die Kuratoren darauf gelegt, dass die Ausstellung barrierefrei ist. Sie bietet unter anderem Modelle zum Ertasten und Filme in Gebärdensprache. Zudem gibt es Texte in Brailleschrift und Leichter Sprache. Die Ausstellung ist bis zum 12. April 2026 zu sehen. Sie zeigt in ihrer Auswahl die ganze Bandbreite der Sammlungen des Naturkundemuseums Karlsruhe.

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Christina Kist