Zahlreiche umgestürzte Bäume

Unwetter trifft auf Trockenheit: Stadt Karlsruhe will Maßnahmen ergreifen

Am Donnerstag hat es in Karlsruhe ein heftiges Unwetter gegeben. Das Extremwetter kam für die Bäume der Stadt zu einem schlechten Zeitpunkt. Jetzt soll es Maßnahmen geben.

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Von Autor/in Mirka Tiede

In Karlsruhe sind am Freitag die Spuren des Vortags immer noch deutlich zu sehen. Zahlreiche Äste liegen an verschiedenen Orten in der Stadt verteilt. An einigen Stellen sind Bäume umgestürzt. Manche von ihnen wurden vollständig entwurzelt. Ein Unwetter hatte die Stadt getroffen. Für den bereits kranken Baumbestand in der Stadt kam es zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn ein Großteil der Bäume wurde schon durch die Trockenheit der vergangenen Wochen stark strapaziert.

Durch das Unwetter sind Bäume in Karlsruhe entwurzelt worden
Durch das Unwetter sind Bäume in Karlsruhe entwurzelt worden

Wegen Unwetter: Außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen

Das Unwetter fing am Donnerstagabend kurz vor 19 Uhr an. Gewitter, Hagel, starker Regen und Sturmböen haben sich in der Stadt Schlag auf Schlag abgewechselt. Zu dem Zeitpunkt war die Karlsruher Feuerwehr schon lange im Einsatz. Am Rheinhafen hatte es am Morgen in einem Entsorgungsbetrieb gebrannt. Wegen der Unwetterwarnung sei eine außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen worden, erzählt Florian Geldner, Leiter der Branddirektion in Karlsruhe.

Normalerweise passiere das nicht so häufig, sagt die erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach. Jetzt sei es aber schon die zweite innerhalb von drei Wochen. Zuletzt wurde die außergewöhnliche Einsatzlage in der vergangenen Hitzewelle ausgerufen. Sie sei ein "rechtliches Vehikel", so Florian Geldner. Und ermögliche es nochmal zusätzliche Kräfte wie zum Beispiel das THW heranzuziehen.

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Feuerwehr in Karlsruhe im Dauereinsatz

Mitten in der Nacht kam noch ein Dachstuhlbrand dazu. Die vielen über den Tag verteilten Einsätze seien fordernd für die Einsatzkräfte gewesen. "Weil man aus den strukturierten Arbeiten herausgerissen und nochmal stärker belastet wird", sagt der Leiter der Branddirektion. Bei so einem Dauereinsatz sei es wichtig, alle Beteiligten - egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich - mit genügend Essen und Getränken zu versorgen. "Das ist das A und O, dass man auf die Menschen achtet", erklärt er.

Für die Zukunft sei die Feuerwehr aber gut aufgestellt, auch wenn es in kürzerer Zeit öfter zu außergewöhnlichen Einsatzlagen kommen würde. "Das heißt aber nicht, dass wir fertig sind", sagt Florian Geldner. Auch die vergangene Lage rund um das Unwetter werde ausgewertet und analysiert, an was noch gefeilt werden kann.

Polizeiabsperrung nach Unwetter in Karlsruhe
Auch Stunden nach dem Unwetter waren die Spuren noch überall in Karlsruhe zu sehen.

Nicht jeder Baum kann sofort geräumt werden

Zahlreiche Notrufe sind in der Leitstelle eingegangen. Dabei habe priorisiert werden müssen, was zuerst freigeräumt wird: "Als Beispiel dafür gilt die Notaufnahme vom Städtischen Klinikum, die betroffen war", sagt Florian Geldner, "sowas muss natürlich sofort erledigt werden." Manchmal lagen Bäume auch auf dem Weg zu Einsätzen. "Wir hatten als Feuerwehr auch den einen oder anderen Fall, bei dem wir vor einem umgefallenen Baum festgesteckt waren", erzählt er.

Auch jetzt werde bei den Räumarbeiten priorisiert. Deswegen könne es sein, dass gerade in kleinen Straßen umgestürzte Bäume noch länger liegen bleiben. In manchen Fällen könnten aber auch die Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden und Äste wegräumen. Nicht alles erfordere einen Feuerwehreinsatz.

Umgestürzte Bäume in Karlsruhe

Bewässerung von Bäumen soll verstärkt werden

Die Bürgermeisterin appelliert an die Bürgerinnen und Bürger immer noch dort aufzupassen, wo viele Bäume stehen. Besonders in der Nähe von Spielplätzen und dort, wo es zu Schäden gekommen ist. Wegen der großen Häufung sei es nicht möglich, alle betroffenen Bereiche abzusperren oder überall Schilder aufzustellen, so Bettina Lisbach.

In Zukunft soll die Bewässerung der Bäume in der Stadt verstärkt werden. "Wir müssen einfach viel mehr gießen, viel häufiger gießen", sagt die Bürgermeisterin. An der ein oder anderen Stelle seien Gelder verschoben worden, um die Bewässerung verstärken zu können. Jetzt soll es zusätzliche Bewässerungsfahrzeuge und mehr Personal in dem Bereich geben.

Im Boden seien auch Sensoren installiert worden. Sie sollen dabei helfen, auszumachen, welche Bäume wann Wasser brauchen und so die Priorisierung erleichtern. "Aber das bleibt eine Herausforderung, wenn es weiter so trocken bleibt", sagt Bettina Lisbach. "Solche Extremwetterereignisse wird es in Zukunft häufiger geben."

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Mirka Tiede
SWR-Reporterin steht in einem Großraumbüro

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