"Mini-Safari" im Tierpark Bretten
Um die Tiere der Welt zu erleben, braucht es keinen Interkontinentalflug, sondern eine Viertelstunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder eine halbe Stunde zu Fuß aus der Brettener Innenstadt zum Tierpark. Die Betreiber bezeichnen ihn selbst als den "größten Streichelzoo Deutschlands". Auf 600 Hektar Fläche dürfen Besucherinnen und Besucher die Tiere füttern und streicheln.
Familie Schultis aus Bretten kommt gerne hierher. Besonders gerne besuchen sie die Alpakas. Der zehnjährige Karl ist begeistert von den Tieren und erklärt, dass Alpakas mit Kamelen verwandt sind und speziell für ihr Fell gezüchtet wurden. Wegen der einzigartigen Hohlstruktur des Alpakahaars haben es die Tiere im Winter kuschelig warm und im Sommer angenehm kühl - also perfekt für den wechselhaften April in Baden-Württemberg. Mutter Ivana Schultis vergräbt ihre Hände im Flausch eines zutraulichen Tieres: "So weich" schwärmt die Brettenerin und erzählt, dass sie noch nie zuvor ein Alpaka gestreichelt habe.
Familienvater Philipp Schultis empfiehlt außerdem, robuste Kleidung anzuziehen. Nachdem er sich mutig mit Tierfutter in den Taschen unter eine Ziegenherde gemischt hat, zeigt er die hufförmigen Matschabdrücke auf seiner Jacke. Sein Fazit: "Auf jeden Fall Wechselkleidung mitbringen und Gummistiefel für die Kinder". Zu den besonderen Highlights zählen auch die Zebras, die mit etwas Geduld aus der Hand fressen und sich vorsichtig streicheln lassen. Außerdem zu entdecken sind Mini-Kängurus, Pfauen, Yaks und Rehe. Eine zoologische Weltreise also.
Städtetrip in die historische Altstadt von Bretten
Historische Stadtführung im Mittelalterflair - entdecken, was die ganze Zeit vor der eigenen Nase liegt: das geht mit einer historischen Stadttour. Susanne Lindacker führt als authentisch gekleidete Türmerin regelmäßig interessierte Gruppen durch die Brettener Altstadt. In leuchtend grünem Gewand und mit weißer Haube erklärt die Expertin Wahrzeichen, Architektur und die Geschichte der Stadt, die 1689 bei einem großen Stadtbrand fast gänzlich zerstört wurde. Dafür ist die danach wiedererrichtete Architektur besonders gut erhalten und gibt Stoff für anekdotische Erzählungen.
Mithilfe von Susanne Lindacker können auch alteingesessene Brettener Details an Gemäuern und Häuserecken, die ihnen im Alltag vielleicht nicht auffallen würden. Zum Beispiel weisen unzählige Statuen eines dicken Mopses auf die tragikomische Sage des "Brettener Hundle" hin. Demnach soll die Innenstadt einst von Feinden belagert und ausgehungert worden sein. In ihrer Verzweiflung überlegten sich die Brettener eine List, um das Heer zu täuschen. Dafür fütterten sie einen Mops mit den letzten Vorräten der Stadt. Das runde Tier wurde als Beweis für die großen Vorräte vor die Stadtmauer geschickt. "Wenn der Hund schon so fett ist, dann haben sie so viel zu essen, dass wir sie nicht aushungern können", solle der Fürst des feindlichen Heeres gesprochen haben und zog mit der Armee ab. Vorher hackte der zornige Fürst aber dem "Brettener Hundle" die Rute ab, so die Sage. In unzähligen Statuen ist das "Hundle ohne Schwanz" verewigt.
An dem berühmten Gelehrten Philipp Melanchton kommen Anwohnende und Besucherinnen nicht vorbei und können im Melanchthonhaus mehr über sein Leben und Wirken erfahren. Im 15. Jahrhundert in Bretten geboren, war Melanchthon später an der Seite von Martin Luther ein Wegbereiter der Reformation. Ein Besuch des Melanchthonhauses ist daher ein Muss für Anwohnende und Anreisende, die über Ostern Bretten entdecken möchten.
Wer die Stadt schon in und auswendig kennt, kann sich spielerisch auf die Suche nach Details machen und zum Beispiel die steinerne Kanonenkugel suchen, die Mopsstatuen zählen oder Anhand von eingelassenen Holzfiguren historische Berufe raten.
Sportlicher Anstieg und Adrenalinkick auf dem höchsten Punkt von Bretten
Mit 24 Metern ist die Aussichtsplattform des Pfeifferturms nicht das Dach der Welt, sondern von Bretten. Der einstige Wachturm, der zwischenzeitlich auch als Gefängnis diente, liegt 152 Treppenstufen über dem Pflaster der historischen Innenstadt und hat neben dem Stadtbrand im Jahre 1689 schon einiges überstanden.
Bereits im 13. Jahrhundert erbaut, hat der Pfeifferturm sich als wichtiger Beschützer der Stadt erwiesen. Sein Name leitet sich von den Pfeiffern ab, die die Nordseite der mittelalterlichen Stadt vor Angriffen beschützten. Wer den Anstieg geschafft hat, stellt fest, dass 26 Meter durchaus eine schwindelerregende Höhe sein können. Johanna, die sechsjährige Tochter der Familie Schultis, hatte zuerst ein wenig Bedenken über die Bausubstanz des alten Turmes, entschließt sich aber schnell, dass die Stabilität ausreichend ist, um sich in Ruhe die Stadt anzuschauen.
Susanne Lindacker, die Türmerin und Stadtführerin ist in ihrem Element und verteilt Mopskekse und kleine selbstgemachte Liköre, die sie als Überraschung aus ihrem Gabenkorb zieht. Die Königsdisziplin der Urlaube, die Zeitreise ins Mittelalter findet hier für Einheimische wie Touristen ihren Höhepunkt.
Wer die Stadt auf eigene Faust erkunden mag, kann über die kostenlose Audio-App "zeigmal" herunterladen und einen 60-minütigen Rundgang durch die Stadt hören.