In Baden-Württemberg haben mehr als 29.600 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren eine Lernschwäche. Dies entspricht einem Anteil von gut 3 Prozent in dieser Altersgruppe. Wie die Krankenkasse Barmer in Stuttgart auf Basis ihres "Kinderatlas" für das Jahr 2024 mitteilte, sind Jungen mit rund 17.900 Fällen deutlich häufiger betroffen als Mädchen.
Unter der ärztlichen Diagnose "Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten" werden Probleme beim Lesen, Schreiben oder Rechnen zusammengefasst. Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer, rät Eltern, bei neuen Verhaltensauffälligkeiten nach Schulbeginn einen Kinderarzt zu konsultieren. Gleichzeitig mahnte er zur Besonnenheit: "Nicht jedes Kind, das beispielsweise später anfängt zu sprechen, hat eine Lernschwäche."
So können Eltern ihre Kinder fördern
Eine verbindliche Diagnose könne nur von Fachärzten oder spezialisierten Psychotherapeuten mittels standardisierter Tests gestellt werden, betonte Plötze. Eltern könnten jedoch die für das Lernen notwendigen Fähigkeiten fördern, etwa durch gemeinsames Zählen von Treppenstufen, durch Reime und Sprachspiele oder durch regelmäßiges Vorlesen.
Grundlage der Auswertung sind die Daten von bei der Barmer versicherten Kindern, die auf das gesamte Bundesland hochgerechnet wurden. Im Vergleich zum Jahr 2005, als die Quote bei 2,4 Prozent lag, ist die Zahl der Diagnosen gestiegen. Den Höchstwert erreichte sie 2018 mit 3,3 Prozent. Im bundesweiten Vergleich liegt Baden-Württemberg den Angaben zufolge derzeit im Mittelfeld.