An Schulen in Baden-Württemberg soll künftig ein Handyverbot gelten. Dabei greift der Grundsatz: Wenn Schule ist, macht das Handy Pause. Dafür hat das CDU-geführte Kultusministerium Eckpunkte erarbeitet, mit denen die Regelung umgesetzt werden kann. Die neue Regel soll alle Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur letzten Schulstunde betreffen - auch in den Pausen. Das geht aus Eckpunkten für eine Neuregelung hervor, die dem SWR vorliegen. Zuerst hatte die "Stuttgarter Zeitung" berichtet.
Wie das Kultusministerium auf SWR-Anfrage mitteilt, soll es auch Ausnahmen des Verbots geben: Unter anderem in Mittagspausen oder bei Notfällen. Die pädagogische Nutzung der Geräte soll jedoch weiterhin möglich sein, heißt es aus dem Ministerium.
Handyverbot an Schulen: In Notfällen und Mittagspausen erlaubt
Nach den Sommerferien soll die Regelung regierungsintern zur Abstimmung gegeben werden. Auch eine Anhörung von Expertinnen, Experten und Interessengruppen ist geplant - das Vorhaben könnte sich also noch einmal ändern. Bisher mussten sich die Schulen im Land eigene Regeln für den Umgang mit Handys geben. Grüne und CDU hatten sich aber im Koalitionsvertrag geeinigt, dass es künftig eine landesweite Regelung geben soll.
Handyverbot an der Schule Wie denken Lehrer, Schüler und Bildungsexperten über die Regeln zum Handyverbot?
Das Kultusministerium BW hat Empfehlungen für Schulen ausgesprochen, um ein Handyverbot möglich zu machen. "Endlich", sagt ein Lehrer, "unfair" - ein Schüler. Ein Stimmungsbild
Gleichzeitig will das Ministerium die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler weiter stärken. Beispielsweise sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Sozialen Medien auch im Fach Gemeinschaftskunde auseinandersetzen - das soll bereits ab der ersten Klasse geschehen. Selbst wenn es ein eigenes Schulfach dazu gebe, schildert das Ministerium.
BW-Kultusminister will mit Handyverbot Lernerfolge verbessern
BW-Kultusminister Andreas Jung (CDU) sagt, mithilfe der Regelung wolle man die Konzentration im Klassenraum stärken und somit den Lernerfolg verbessern. Auf dem Schulhof solle Spiel und Spaß im Vordergrund stehen, "persönlicher Austausch statt soziale Medien." Allerdings, so betont es Jung, solle das Handy gezielt im Unterricht zum Einsatz kommen, "um die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Medien zu schulen."
Aus der Opposition bekommt der Plan Zuspruch: Die SPD unterstütze ein Verbot der privaten Handynutzung an Schulen. Es sei gut, dass die Schulen damit nicht mehr alleingelassen würden, sagt die Landtagsabgeordnete Katrin Steinhülb-Joos. Der Landeselternbeirat zweifelt hingegen an der Umsetzung des Handyverbots in Pausen und hält die Pläne für unpädagogisch. Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert indes, dass alle Schularten und Altersstufen gleich behandelt werden würden. Außerdem hätten die Schulen erst im vergangenen Schuljahr Konzepte zum Umgang mit dem Handy entwickelt.