Das "Go" zum geplanten Neubaugebiet

Bürgerentscheid Hirschberg: Bau von "Rennäcker" kann kommen

Hirschberg stimmt für das Neubaugebiet "Rennäcker": 53 Prozent sagen "Ja" zum Projekt. Die Stadt will Wohnraum schaffen, aber manche Bürger sehen Risiken für Umwelt und Verkehr.

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"Wir haben ein Ergebnis und das ist eindeutig", verkündete der Hirschberger Bürgermeister Ralf Gänshirt (parteilos) am Sonntagabend nach dem Bürgerentscheid in der Gemeinde Hirschberg (Rhein-Neckar-Kreis). Die Bürgerinnen und Bürger durften darüber abstimmen, ob das geplante Neubaugebiet "Rennäcker" in Hirschberg-Leutershausen umgesetzt oder die Planung eingestellt werden soll. Die Bürgerinitiative Hirschberg hat den Bürgerentscheid im Juni angestoßen. Denn sie befürchtet durch das geplante Neubaugebiet negative Auswirkungen auf die Umwelt, die Wirtschaft und den Verkehr in Hirschberg.

Nach der Abstimmung steht nun fest: die Planung kann fortgesetzt werden. 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben sich für das Neubaugebiet ausgesprochen, 47 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 50 Prozent. Doch die Bürgerinitiative sorgt sich weiterhin um die Umwelt und die Wirtschaft.

Wir werden ein wachsames Auge auf die weiteren Entwicklungen haben und uns sicherlich weiter dafür einsetzen, dass wenig Fläche versiegelt wird und der Ortskern nicht ausstirbt.

Warum Hirschberg dringend Wohnraum braucht

Vor dem Bürgerentscheid organisierte die Gemeinde Hirschberg mehrere Infoveranstaltungen. Dort haben die Verantwortlichen mehrmals betont, wie groß die Wohnungsnot im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg sei: Insgesamt fehlten demnach 4.000 Wohnungen in der Region, erklärte der Gemeinderat seinen Bürgerinnen und Bürgern - und das bei einer prognostiziert steigenden Bevölkerungszahl.

Um der Nachfrageentwicklung gerecht zu werden, ist mittelfristig ein gezielter Ausbau an kompakten, bezahlbaren und barrierearmen Wohneinheiten notwendig.

Hirschberg gilt als attraktiver Wirtschaftsstandort mit niedriger Arbeitslosigkeit. Das Neubaugebiet soll damit auch neue Bewohnerinnen und Bewohner in die Gemeinde ziehen. Bereits im März stellte die Gemeinde die Pläne für den Wohnungsbau in Hirschberg-Leutershausen vor: Auf sechs Hektar sollen Mehr- und Einfamilienhäuser entstehen, dazwischen Grünflächen und eine Streuobstwiese.

Plakat zum Bürgerentscheid mit einem "Ja" abgebildet am Straßenrand.
Im Gemeinderat haben nur die GRÜNEN gegen das Projekt "Rennäcker" gestimmt. Die FREIEN WÄHLER, CDU, SPD, FDP und der parteilose Bürgermeister waren für das Projekt.

Juni 2025: Bürgerinitiative sammelt über 860 Überschriften

Schon vier Bürgerentscheide hat die Bürgerinitiative Hirschberg - eine unabhängige Vereinigung von Hirschberger Bürgerinnen und Bürgern - organisiert. Beim letzten ging es um den Bau eines Gewerbegebiets. Bisher konnte sich die Initiative bei keinem Bürgerentscheid durchsetzen. Gegen das Neubaugebiet "Rennäcker" hat sie im Juni dieses Jahres über 860 Unterschriften gesammelt. Die Bürgerinitiative wirft dem Gemeinderat vor, dass der Bau des Neubaugebiets aus rein persönlichen Gründen initiiert worden sei.

Die Gemeinde übernimmt sich, begibt sich in Hände von großen Investoren, nur die können sowas stemmen.

Thilo Sekol erklärt weiter, dass es sinnvoller wäre, eher Leerstellen im Zentrum von Hirschberg auszubauen, anstatt mehr Boden zu versiegeln und die Fläche der Gemeinde zu vergrößern. Außerdem zweifelt der Hirschberger daran, dass die neu gebauten Wohnungen tatsächlich für alle bezahlbar seien.

Die Ergebnisse vom Bürgerentscheid werden präsentiert.
Die Bürgerinnen und Bürger stimmten für "Ja" wenn sie dem Ende der Planungen des Neubaugebiets zustimmen und für "Nein", wenn sie für die Umsetzung des Neubaugebiets sind.

Blick nach vorn: Bürgerentscheid soll versöhnen

Nach dem Bürgerentscheid ist der Weg für "Rennäcker" frei. Der Gemeinderat wird nun diskutieren, was die nächsten Schritte sind. Bis "Rennäcker" steht, kann es aber noch viele Jahre dauern, so Bürgermeister Ralf Gänshirt gegenüber dem SWR. Er lädt die Bürgerinnen und Bürger ein, den Prozess in dieser Zeit konstruktiv mitzugestalten.

Ich fordere alle auf, an einem Strang zu ziehen für die Gemeinde und für die Zukunft unserer Bürgerinnen und Bürger.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR

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