Proteste im Iran

Was sich ein Mannheimer Exil-Iraner für sein Herkunftsland wünscht

Die Ereignisse im Iran bereiten dem Deutsch-Iraner Reza Shari schlaflose Nächte. Er selbst war schon mal im berüchtigten Evin-Gefängnis. Die Gewalt traf ihn auch in Mannheim.

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Von Autor/in Thomas Denzel

Die Welt der Düfte und der Schönheit sind sein Metier: Reza Shari ist in Mannheim Parfumeur und Friseur. Doch die Gedanken des Deutsch-Iraners kreisen im Moment um die Ereignisse im Iran. Dort hat er noch Verwandte und Freunde. Sie berichten ihm, was im Moment im Iran geschieht - sofern es ihm gelingt, Kontakt aufzunehmen.

Was er hört, bereitet ihm nach eigener Aussage schlaflose Nächte: "Mir geht es überhaupt nicht gut", sagt Shari. "Das Regime reagiert mit voller Härte. Die zielen inzwischen mit scharfer Munition auf den Kopf, auf den Hals."

Beim Besuch im Iran als Regimekritiker verhaftet

Die Berichte über solche Gewalt gegen Demonstrierende seien für ihn wie ein Flashback, sagt Shari. Er selbst sei als Regimekritiker verhaftet worden, als er vor zwei Jahren zu Besuch im Iran war. Zuvor hatte er in Deutschland an Demonstrationen gegen das Mullah-Regime im Iran teilgenommen. Vermutlich deshalb sei er ins Visier des iranischen Geheimdienstes geraten, sagt er.

Elf Tage lang sei er im berüchtigten Evin-Gefängnis gewesen. "Jeden Tag sechs bis acht Stunden Verhör mit bestimmten Folterarten." Als er vorübergehend frei kam, sei ihm die Flucht zurück nach Mannheim gelungen.

Shari steht zu seiner Meinung: "Man kann mich nicht einschüchtern"

Auch jetzt hat ihn die Gewalt ereilt - mitten in Deutschland. Ihm wurde das Schaufenster seines Schönheitssalons zertrümmert. Weil er sich kritisch zum Regime im Iran geäußert hat - davon ist Shari überzeugt. Dennoch gibt er nicht klein bei: "Man kann mich damit nicht einschüchtern", sagt er. "Ich werde zu meinen demokratischen Werten stehen und die auch äußern."

Der Deutsch-Iraner Reza Shari vor dem zertrümmerten Schaufenster seines Schönheitssalons in Mannheim
Der Deutsch-Iraner Reza Shari vor dem zertrümmerten Schaufenster seines Schönheitssalons in Mannheim

Wunsch für den Iran: parlamentarische Monarchie wie in Skandinavien

Schon als Teenager ist Reza Shari mit seinen Eltern aus dem Iran nach Deutschland gekommen, um in Freiheit leben zu können. Heute hat er auch den deutschen Pass. Für sein Herkunftsland wünscht er sich ein Ende des heute herrschenden Regimes und dann den im Exil lebenden Schah-Sohn Reza Pahlavi als vorübergehenden Regierungschef.

Der Schah solle bleiben, sagt er, "aber symbolisch, so wie in Schweden, in Norwegen, in Dänemark oder in England." Der Iran solle eine "symbolische Monarchie" werden, "aber dennoch parlamentarisch, demokratisch sein".

Die symbolische Monarchie ist das, was wir wollen.

Dieser Wandel aber werde nicht allein durch den Protest auf der Straße gelingen, glaubt Reza Shari. Er hofft deshalb auf ein militärisches Eingreifen der USA. "Das ist sogar von der Bevölkerung gewollt. Die halten Schilder hoch: Trump, hilf uns!"

Sharis Hoffnung: irgendwann wieder einen Besuch im Iran machen können, um Freunde und Familie zu besuchen. Und um Zutaten für seine Parfums einzukaufen. Einer seiner neuesten Kreationen hat er einen hoffnungsvollen Namen gegeben: den "Duft der Freiheit".

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Thomas Denzel
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Matthias Breitinger
SWR-Redakteur Matthias Breitinger

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