Landwirte fordern politisches Handeln

Iran-Krieg treibt Düngerpreise in die Höhe

Der Deutsche Bauernverband schlägt Alarm: Die Preissteigerung beim Düngemittel bereitet vielen Landwirten Sorgen. Bauern aus dem Neckar-Odenwald-Kreis berichten.

Teilen

Stand

Nicht nur an der Tankstelle, auch auf dem Acker wirkt sich der Krieg zwischen den USA und dem Iran inzwischen massiv aus. Neben den gestiegenen Diesel-Preisen für die Traktoren sind auch die Preise für Düngemittel gestiegen.

Hintergrund der Preissteigerung beim Düngemittel ist die Blockade der Straße von Hormus. Rund ein Drittel des globalen Handels läuft über diese Handelsroute. Nach Angaben der Analysefirma Argus passierten 2025 rund 45 Millionen Tonnen Rohstoffe - darunter auch Dünger - diesen Seeweg.

Preissteigerung: Landwirte sind besorgt

Albert Gramling und Erik Keppeler, beides Landwirte aus Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis), haben einen Großteil ihres Düngemittels bereits im Herbst gekauft - und sind froh darüber.

Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Viele haben es nicht gemacht.

Auch Landwirt Keppeler hat bereits seine Dünger-Vorräte gefüllt, Sorgen macht er sich dennoch. Für sein Getreide bekomme er immer weniger Geld, außerdem steigt der Diesel-Preis weiter. Zwar hat er eine spezielle Agrar-Drohne, mit der er feststellen kann, wo ausreichend Nährstoffe im Acker sind und wo mehr gedüngt werden muss, aber auch dadurch könne er nur wenig vom teuren Dünger einsparen.

Abhängigkeit vom Weltmarkt

Das Problem liegt an anderer Stelle: Volker Erne ist Landhändler in Aglasterhausen (Neckar-Odenwald-Kreis). Bei ihm liefern die Bauern ihr Getreide und die Feldfrüchte ab, kaufen Saatgut und Düngemittel. Er sagt, die Preise sind verglichen zum Herbst 2025 um 30 Prozent gestiegen. Engpässe gebe es aktuell noch nicht, aber er befürchtet, dass die Preise weiter steigen. Deutschland habe kaum noch eigene Düngerproduktion und befinde sich in einer Abhängigkeit.

Bauernverband fordert Steuererleichterungen für Landwirte

Auch deshalb hat sich jetzt der Deutsche Bauernverband zu dem Thema geäußert.

Die massiv gestiegenen Preise für Diesel und Düngemittel schnüren der Landwirtschaft die Luft ab.

Präsident Rukwied fordert, die Energiesteuer beim Diesel temporär auszusetzen. Wenn es nach ihm geht, müsse es jetzt schnell gehen, damit die Erzeugung von Lebensmitteln aufrechterhalten werden kann.

Während Landwirte kurzfristige finanzielle Entlastung fordern, plädieren Industrie und Verbände für langfristige strategische Maßnahmen. So warnt der Industrieverband Agra (IVA) davor, als Reaktion auf hohe Preise Zölle oder Klimaschutzabgaben auszusetzen. Dies würde Produzenten aus Drittstaaten mit niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards begünstigen, heißt es.

Back- und Teigwaren könnten teuerer werden

Für Verbraucher dürften sich die Folgen an der Supermarktkasse zunächst in Grenzen halten. Sollten die die Düngerpreise aber längerfristig hoch bleiben, könnten Landwirte auf weniger anspruchsvolle Kulturen ausweichen. Langfristig könnte das die Verfügbarkeit von hochwertigem Brotgetreide verknappen und Produkte wie Back- und Teigwaren verteuern.

Monsheim

Preisexplosion bei Diesel und Dünger Iran-Krieg: Landwirt aus Monsheim leidet unter Kosten für Diesel und Dünger

Im Märzen der Bauer ... dieses alte Kinderlied ist leider nur noch Romantik. Denn für die Landwirte in Rheinhessen ist gerade dieses Jahr die Aussaat ein großes Problem.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Inflation trifft auch Bauern So geht ein Landwirt im Hohenlohekreis mit steigenden Preisen um

Eine hohe Inflation trifft nicht nur uns Konsumenten - sondern auch die Bauern, bei denen wir einkaufen. Sie verdienen weniger Geld. Besonders Agrardiesel und Dünger wurden teurer.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!