Die Tage rund um das vergangene Hitze-Wochenende haben die Einsatzkräfte der Mannheimer Feuerwehr stark gefordert. Allein von Freitag (26. Juni) bis Sonntagabend (28. Juni) musste die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge über 140 mal ausrücken. Das sind etwa drei Mal so viele Einsätze wie an normalen Wochenenden.
Hilfe bei Ausfall von Klimaanlage in Diakonissenkrankenhaus
Besonders viel zu tun hatten die Einsatzkräfte am Wochenende beim Löschen eines Feldbrands bei Mannheim-Rheinau, dort brannte es auf einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern. Am Sonntag war die Feuerwehr dann beim Ausfall der Klimaanlage der Intensivstation im Diakonissenkrankenhaus gefragt. "Da haben wir dabei geholfen, die Patientinnen und Patienten in kühlere Räume zu verlegen, wir haben Eis verteilt und mobile Klimageräte aufgestellt", erzählte der Mannheimer Feuerwehrsprecher Julian Blumenstock dem SWR.
Gartenhausbrand, Unfälle, Stromausfall in Q6/Q7
Dazu kamen noch ein Gartenhausbrand in Mannheim-Friedrichsfeld und der Einsatz wegen eines Unfalls im Stadtteil Rheinau, wo ein Auto mit einem Lkw zusammengestoßen war. Die Feuerwehr musste den eingeklemmten Autofahrer aus seinem Fahrzeug befreien.
Und auch nach dem Wochenende gabs mehrere Einsätze: Zum Beispiel am Montagabend beim zeitweisen Stromausfall unter anderem im Einkaufszentrum Q6/Q7 und bei einem Küchenbrand in einem Restaurant in der Innenstadt. Außerdem war die Feuerwehr am Dienstag in der Schwetzingerstadt im Einsatz, wegen eines Unfalls zwischen einem Reisebus und einer Straßenbahn.
Insgesamt war das ein wirklich sehr anspruchsvolles Wochenende.
Trotz hoher Einsatzzahl "nicht an Kapazitätsgrenze gekommen"
An die personellen Kapazitätsgrenzen sei man wegen der vielen Einsätze aber nicht gekommen, so Blumenstock. Man habe es so organisieren können, dass sich das Einsatzpersonal der Berufsfeuerwehr zügig mit frischen Kräften von der Freiwilligen Feuerwehr ablösen konnte. So war es möglich, dass die Feuerwehr auch überlasteten Rettungsdiensten bei Einsätzen helfen konnte, in denen es weniger ums Feuerlöschen ging, sondern zum Beispiel um Hilfe für Menschen mit hitzebedingten Herz-Kreislauf-Problemen.
Aus- und Fortbildungen reduziert, andere Tätigkeiten zurückgestellt
Die Personalplaner der Feuerwehr hätten wegen der vielen Einsätze, so Blumenstock, "diese Woche unsere Aus- und Fortbildungen deutlich reduziert und alle nicht zwingend notwendigen Tätigkeiten zurückgestellt, damit sich die Einsatzkräfte in einsatzfreien Zeiten besser erholen können".
Bei der Mannheimer Berufsfeuerwehr arbeiten rund 380 Personen, bei der Freiwilligen Feuerwehr leisten etwa 400 Menschen ehrenamtlichen Dienst.
Die Zusammenarbeit von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr ist immer wichtig und unser Kernpunkt.
Keine Nachwuchssorgen bei Feuerwehr Heidelberg
Frank Karlein arbeitet als Ehrenamtlicher bei der Freiwilligen Feuerwehr in Heidelberg-Wieblingen. Er erklärte dem SWR ebenfalls von vielen Einsätzen der Berufsfeuerwehr rund um das vergangene Wochenende. Doch die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr sei nicht nötig gewesen - "wir waren aber natürlich in Hab-Acht-Stellung". Nachwuchssorgen gebe es bei der Feuerwehr Heidelberg übrigens nicht, so Karlein. Der "Zulauf aus der Jugendfeuerwehr ist gut, es melden sich auch viele Quereinsteiger bei uns."