Auf dem Hockenheimring (Rhein-Neckar-Kreis) ist in der Nacht auf Sonntag die vierte Ausgabe des "Glücksgefühle-Festivals" zu Ende gegangen. Laut den Veranstaltern - Ex-Fußballstar Lukas Podolski und Markus Krampe - war es mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern an drei Festivaltagen ausverkauft. Auf drei Bühnen präsentierten sich mehr als 50 Künstlerinnen und Künstler aus den unterschiedlichsten Musikgenres.
"Forever Young" wird zur Hymne des "Glücksgefühle-Festivals"
Eingeladen, ausgeladen, entschuldigt, wieder eingeladen, abgelehnt: Bundesweit hatte der Eklat um die Band Alphaville im Vorfeld für Schlagzeilen gesorgt. Doch trotz ihrer Abwesenheit war die Band musikalisch auf allen drei Bühnen beim "Glücksgefühle-Festival" präsent. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler spielten oder performten Alphavilles Kultsong "Forever Young", darunter Max Giesinger, Nura und Alle Farben. Auch Weltstar DJ David Guetta spielte den Song in seiner Version.
Für Liebe einzustehen, gegen Hass und auch gegen Spaltung. Wir müssen irgendwie schauen, dass wir wieder aufeinander zugehen.
Manche Künstlerinnen und Künstler äußerten sich zusätzlich politisch, darunter Zartmann, Mark Forster, Ski Aggu, Culcha Candela oder DJ Felix Jaehn. Die No Angels traten mit "FCK AFD"-Shirts auf. Viele Besucherinnen und Besucher sangen den Song "Forever Young" begeistert mit. Doch viele erzählten dem SWR, dass sie hier eigentlich eine Pause von der Politik und dem Weltgeschehen gesucht hatten. Manche hatten auch das Gefühl, dass sich einige der Acts einem "Gruppendruck" ausgesetzt sahen, ebenfalls politisch Stellung beziehen zu müssen.
Guetta, Geld und Geduld auf dem "Glücksgefühle-Festival"
Der französische Star-DJ David Guetta war der Headliner des diesjährigen "Glücksgefühle-Festivals". Bei seinem Auftritt am Samstagabend feierten Tausende Menschen vor der "Euphoria"-Bühne. Er war einer der Auftritte mit den meisten Besuchern und einer der ausgelassensten Momente seit der Premiere des Festivals im Jahr 2023. Zeitweise war die kleinere "Dopamin"-Bühne wegen des dichten Besucherandrangs kaum noch zu erreichen.
Generell ist der Samstag beim Festival immer publikumsstärker als der Freitag. So war es in diesem Jahr auch. Das führte an den Essensständen und vor den Toiletten zu längeren Wartezeiten mit bis zu 45 Minuten. Manche Besucher mit Handicap bemängelten zudem die aus ihrer Sicht zu geringe Anzahl an Behinderten-WCs. Geduld und Ausdauer waren daher auf dem Veranstaltungsgelände auf dem Hockenheimring notwendig. In sozialen Medien kritisierten Besucherinnen und Besucher vor allem die langen Schlangen sowie die mutmaßlich zu geringe Zahl an Sitzgelegenheiten.
Auch ausreichend "Glückscoins" auf dem Armbändchen waren notwendig, denn auf dem Festival durfte nur bargeldlos bezahlt werden. Dabei ließ sich schnell der Überblick über die Kosten verlieren: Fünf "Glückscoins" entsprachen 23 Euro. Für eine Portion Pommes zahlte man umgerechnet knapp sieben Euro, für ein Wasser etwas mehr als vier Euro.
Rettungshubschrauber im Einsatz am Hockenheimring
Insgesamt waren beim Festival 550 Einsatzkräfte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) im Einsatz. Nach Angaben des ASB führten sie an drei Tagen rund 2.300 medizinische Versorgungen durch - überwiegend wegen kleinerer Verletzungen und Beschwerden. 33 Patientinnen und Patienten wurden zur Weiterbehandlung in ein Krankenhaus gebracht, darunter einer per Rettungshubschrauber wegen einer "dringlichen Behandlung", hieß es. Trotzdem zog der ASB insgesamt eine positive Bilanz.
Polizeipräsidium Mannheim: "Festivalwochenende verlief friedlich"
Auch die Polizei zog am Sonntagmorgen eine positive Bilanz. Die Besucherinnen und Besucher hätten ausgelassen und äußerst friedlich gefeiert. Es kam laut Polizei vereinzelt zu "veranstaltungstypischen Delikten" - darunter acht Körperverletzungen, ein Diebstahl, eine Sachbeschädigung, ein Fall sexueller Belästigung sowie vier Verstöße gegen das Luftfahrtgesetz. Trotz des hohen Besucheraufkommens habe es keine nennenswerten Verkehrsbeeinträchtigungen gegeben.
Festival bis mindestens 2035 gesichert
Eine langfristig angelegte Zusammenarbeit mit dem Hockenheimring sichert dem Festival seinen exklusiven Standort bis mindestens 2035. Die fünfte Ausgabe soll vom 2. bis 5. September 2027 stattfinden. Die Veranstalter Lukas Podolski und Markus Krampe sind bereits in der Planung, teilten sie am Freitag mit.