Die Städte Leimen und Heidelberg wollen gemeinsam ein neues Gewerbe- und Industriegebiet entwickeln. Es geht um eine Fläche zwischen Heidelberg-Rohrbach und Leimen-Nord (Rhein-Neckar-Kreis). Die Fläche wurde jahrzehntelang von den Unternehmen "Heidelberger Zement" und "Eternit" geprägt.
Ganz zurückgezogen haben sich die Folgeunternehmen "Heidelberg Materials" und "Etex" noch nicht, außerdem haben sich dort weitere Firmen niedergelassen. Aber viele Gebäude stehen dort leer, es gibt Baulücken und landwirtschaftliche Flächen in der Umgebung. Der zukünftige sogenannte Economy Park Heidelberg-Leimen ist etwa hundert Hektar groß. Der endgültige Bebauungsplan soll 2027 feststehen. Doch schon jetzt ist vieles in Bewegung.
Neue Flächen für Baustoffindustrie und Medizintechnik
Die beiden Städte haben sich darauf geeinigt, dass die neuen Flächen schwerpunktmäßig für Unternehmen aus den Bereichen nachhaltige Baustoffindustrie und Medizintechnik entwickelt werden sollen. Bisher ansässige Firmen sollen bleiben. In die leerstehenden Bestandsgebäude könnte ein bunter Mix aus Co-Working-Spaces, Existenzgründerfirmen, Gastronomie und Freizeitflächen einziehen. Die denkmalgeschützten ehemaligen Eternit-Hallen sollen der neue Mittelpunkt des "Economy Parks" werden - mit einem öffentlichen Platz im Außenbereich.
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der Entwicklung der inneren und äußeren Flächen. Für die Innen-Entwicklung, also die des bereits bebauten Teils, hat die Landesregierung Anfang November eine Förderung von 120.000 Euro zugesagt. Mit dem Geld soll ein sogenannter Flächenmanager, beziehungsweise eine Flächenmanagerin finanziert werden. Die Stelle soll Anfang kommenden Jahres (2026) ausgeschrieben werden. Wer sie erhält, soll dafür sorgen, dass die leerstehenden Flächen zeitnah neu genutzt werden. Für das gesamte Projekt hat das Land bereits vor zwei Jahren eine Förderung in Höhe von 3,2 Millionen Euro zugesagt. Das sei eine der höchsten Fördersummen, die das Land in diesem Bereich jemals vergeben habe, heißt es.
Nachhaltige Infrastruktur: Park & Ride, Straßenbahn- und S-Bahn-Haltestellen
Das Gebiet soll möglichst nachhaltig gestaltet werden - auch, was die Verkehrsanbindung angeht. Geplant sind eine neue S-Bahn-Haltestelle und eine Straßenbahn, sowie Park-and-Ride-Flächen, die unter anderem Abhilfe schaffen sollen, wenn es in Heidelberg Großveranstaltungen gibt. Man entwickle ein "zukunftsweisendes Gewerbe- und Industriegebiet im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar", heißt es auf der Homepage des Economy Parks.
In seiner Sitzung am Mittwochabend hat der Zweckverband "Interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet Heidelberg-Leimen" die europaweite Ausschreibung der Planung einer Durchgangsstraße und einer Straßenbahnstrecke beschlossen. Die neue Durchgangsstraße soll die Schwetzinger Straße im Westen mit der Karlsruher Straße, beziehungsweise der Rohrbacher Straße im Osten verbinden. Sie gilt als Rückgrat für die Erschließung der Gesamtfläche.
Heidelberg und Leimen paritätisch im Verbandsvorstand vertreten
Die beiden Kommunen teilen sich die Kosten und die Verantwortung für die Entwicklung des Gebiets. Der Leimener Oberbürgermeister John Ehret (parteilos) ist am Mittwoch für weitere fünf Jahre zum Verbandsvorsitzenden gewählt worden. Stellvertretende Vorsitzende sind die Leimener Bürgermeisterin für Finanzen und Stadtentwicklung Claudia Felden (FDP), der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) und der Erste Bürgermeister in Heidelberg, Jürgen Odszuck (CDU). Trägerin der Sanierung ist die "Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH".