Die 600 Gänse auf dem Maybachhof in Hirschberg (Rhein-Neckar-Kreis) müssen seit gut einer Woche in einen überdachten Stall ausharren. Eine Maßnahme, die Gänsewirtin Isabell Bachhuber nicht leicht gefallen ist. Für die Tiere bedeutet der Umzug von der Wiese in den Stall nämlich vor allem eines: Viel Stress, weil sie in der Halle deutlich weniger Platz haben. Dies führt zu Streitigkeiten unter den Tieren und schlägt ihnen offenbar auf den Magen.
Vogelgrippe verdirbt den Gänsen den Appetit
Die Gänse fressen im Stall einfach nicht so gut wie im Freien, hat Gänsewirtin Isabell Bachhuber beobachtet. Aber die studierte Agrarwissenschaftlerin will unbedingt verhindern, dass sich eines der Tiere mit der Vogelgrippe ansteckt. Dann müssten nämlich alle 600 Gänse notgeschlachtet werden. Auf dem Maybachhof sind sie froh, dass sie überhaupt einen Stall haben.
Sorgen haben wir uns viele gemacht. Jeden Tag, jede Stunde. Man checkt die ganze Zeit die Nachrichten.
Weil noch nicht alle Wildvögel ihren Zug in den Süden abgeschlossen haben, bleiben die Gänse vorsorglich erstmal im Stall. Von der Vogelgrippe unbeeindruckt zeigt sich allerdings die Kundschaft. Die meisten sind Stammkunden des Maybachhofs und kaufen hier schon seit Jahren ihre Martins- und Weihnachtsgänse. Einige gehen aber inzwischen auf Nummer sicher und bestellen auf einen Schlag gleich mehrere Gänse, um möglichen Engepässen vorzubeugen.
Kunden setzen auf Qualität bei der Gans
Wer auf dem Mabybachhof seine Gänse holt, entscheidet sich bewusst für deutlich höhere Preise. Ab dem zweiten Monat werden die Tiere mit Hafer aus eigener Erzeugung und frischem Gras gefüttert. 21,40 Euro kostet dann das Kilo. Bei Discountern kann man Gänse schon für um die fünf Euro pro Kilo kaufen.
Meine Mutter hat mir ein Kochbuch geschenkt. Und da steht drin, dass man immer eine Gans kaufen soll, die ein gut gelebtes Leben gehabt hat.“
Neben Privatkunden beliefert der Maybachhof auch Gastwirtschaften aus der Region, etwa die "Rose" in Oberflockenbach. Bei Jens Schmitt, Inhaber und Chefkoch, kommen überwiegend regionale Produkte auf den Teller. Wenn die Tiere nicht im Stall sein müssen, fährt er oft an der Wiese vorbei, auf der die Gänse grasen. Ein gutes Gefühl, versichert der Koch, zu sehen, was da bei ihm in den Ofen komme.