In Heidelberg könnten auf Besitzerinnen und Besitzern von Kampfhunden künftig mehr Kosten zu kommen: Die Stadt plant ab Januar 2026 die Hundesteuer neu zu gestalten. Der Gemeinderat will voraussichtlich im Herbst die neuen Steuersätze festlegen. Um herauszufinden, wie viele gefährliche Hunde es in der Stadt gibt, hat die Verwaltung alle Hundebesitzerinnen und -besitzer angeschrieben. Wer nicht weiß, welche Rassen in seinem Hund stecken, soll ein Foto an die Stadtverwaltung schicken. Ein Sachbearbeiter entscheidet dann, ob es sich um einen gefährlichen Hund handelt oder nicht.
Mischlingshunde: Einstufung könnte schwierig sein
Vor allem bei einem Mischlingshund mit mehreren Rassen könnte die Einstufung eher schwierig sein. Halter solcher Mischlinge sollen deswegen ein Foto an die Verwaltung schicken. Einige Hundebesitzer befürchten nun, dass ihr Vierbeiner falsch eingestuft werden könnte. Als gefährliche Hunde gelten in Baden-Württemberg laut Innenministerium unter anderem American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier.
Hundehalterinnen und -halter in Heidelberg über die geplante Kampfhundesteuer:
Stadt Heidelberg plant neue Hundesteuer - Kritik an Einstufung per Foto
Auch die Landestierschutzbeauftragte in Baden-Württemberg, Julia Stubenbord, bezweifelt, dass in allen Fällen anhand eines Fotos bestimmt werden kann, zu welchem Grad eine Kampfhundrasse eingekreuzt wurde. Auf SWR-Anfrage sagte ein Sprecher der Stadt Heidelberg, dass man auf "einvernehmliche Lösungen" hoffe. Wenn die Rasse nicht eindeutig festgelegt werden könne, sei es aber auch möglich, eine Vorstellung des Tieres beim Veterinäramt anzuordnen.
Anhand eines Bildes ist es nicht immer einfach festzustellen, zu welcher Rasse ein Mischling gehört.
Ziel der Kampfhundesteuer sei eine "ordnungspolitische Lenkung"
Eine Genanalyse des Hundes sei die sicherste Methode, um festzustellen, wie hoch der Kampfhundeanteil ist, so die Landestierschutzbeauftragte. Dazu wollte sich die Stadt Heidelberg auf SWR-Anfrage nicht festlegen. Das Hauptziel der Einführung einer Kampfhundesteuer sei eine "ordnungspolitische Lenkung, damit die Haltung sogenannter Kampfhunde oder Listenhunde in einem vertretbaren Umfang im Gemeindegebiet bleibt", teilte der Sprecher der Stadt mit.
Höhe der geplanten Kampfhundsteuer steht noch nicht fest
Die Stadt will die Kampfhundesteuer ab dem 1. Januar 2026 umsetzen. In den kommenden Monaten wird sich der Gemeinderat mit dem Thema befassen. Die Verwaltung arbeite derzeit an einer entsprechenden Vorlage.
Für einen "normalen Hund" zahlt man in Heidelberg aktuell jährlich 108 Euro. Ein Zweit-Hund kostet das Doppelte. In Baden-Württemberg können Kommunen bei Kampfhunden maximal den zehnfachen Steuersatz im Vergleich zu gewöhnlichen Hunden verlangen. Manche Kommunen greifen dabei besonders tief in Tasche der Hundehalter. In Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) müssen Besitzerinnen und Besitzer sogenannter Listen-Hunde fast 4.000 Euro an Steuern pro Jahr bezahlen. In Heidelberg steht noch nicht fest, was auf Kampfhundehalter zukommt.
So wird die Hundesteuer in Baden-Württemberg festgelegt: