Der Überfall der Hamas geschah vor zwei Jahren. Gedenkveranstaltungen halten die Erinnerung an den Überfall wach - auch in Baden-Württemberg. Nach dem harten Vorgehen des israelischen Militärs im Gazastreifen ist allerdings die Stimmung inzwischen vielerorts auch anti-israelisch.
Das Laubhüttenfest ist ein wichtiges jüdisches Wallfahrtsfest neben Pessach und Schawuot. Inmitten dieser Feste liegt der Jahrestag des Massakers an jüdischen Zivilisten durch die Terrororganisation Hamas. Rund 1.200 Menschen wurden getötet, mehr als 250 entführt, von denen immer noch einige Dutzend in Geiselhaft der Hamas sind.
Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume ist am Dienstag nach Mannheim gekommen - zum Mittagsgebet und zu einer Begegnung in der Laubhütte bei der Jüdischen Gemeinde.
Kundgebung "Run for Their Lives" in Heidelberg
Auch in Heidelberg hat es am Dienstagmittag eine Veranstaltung gegeben. Laut Polizei sind rund 100 Menschen durch die Altstadt gezogen. Bei der etwa einstündigen Kundgebung mit dem Titel "Run for Their Lives" auf dem Uniplatz in Heidelberg ging es um das "Erinnern, Gedenken, Trauern". "Run for Their Lives" ist eine internationale Bewegung für die Freilassung der Geiseln, die aus Israel entführt wurden. Veranstalter sind die Jüdische Kultusgemeinde Heidelberg und das Jugendforum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Rhein-Neckar.
Mahnwache in Mannheim und Aktionswoche in Freiburg
Auf dem Marktplatz in Mannheim gab es am Dienstagnachmittag eine Mahnwache der deutsch-israelischen Gesellschaft. Abends fand dort außerdem eine Kundgebung statt, unterstützt von christlichen Gruppen. Das Motto: "Nie wieder ist jetzt". Laut Polizei waren rund 200 Teilnehmer auf dem Marktplatz. Die Stimmung blieb friedlich.
In der Landeshauptstadt Stuttgart gab es bereits am Sonntag eine größere Gedenkverananstaltung mit Kundgebung. In Freiburg war am Dienstagnachmittag der Platz der Alten Synagoge Teil der Aktionswoche gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben. Weitere Termine wie Vorträge und Lesungen in Freiburg folgen.
Mahnwachen im Kreis Tübingen
Im Kreis Tübingen gab es mehrere Mahnwachen in Gedenken an die Opfer des 7. Oktober: In Gomaringen, Dußlingen und Wankheim. In Nagold (Kreis Calw) hat es am Dienstagmorgen um 6:29 Uhr eine Mahnwache gegeben - dem Zeitpunkt des Überfalls der Hamas. Am Nachmittag folgte eine Kundgebung gegen Antisemitismus des Tübinger Bündnis für Israel auf dem Tübinger Holzmarkt.
Kundgebung in Konstanz an der Marktstätte
In Konstanz hatte das Bündnis gegen Antisemitismus am Dienstag zu einer Kundgebung aufgerufen. Dabei sollte den Opfern des Hamas-Terrors gedacht und die Freilassung der Geiseln gefordert werden. Erwartet wurden laut Organisatoren am Abend bis zu 80 Menschen. Nach einem Auftakt an der Marktstätte ging es mit Kerzen und Bildern der Geiseln, von denen sieben aus Deutschland kommen, schweigend zum Münster. Dort gab es Statements von Angehörigen der Geiseln, Musik sowie Redebeiträge - unter anderem vom Bündnis gegen Antisemitismus und von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bodensee-Region, hieß es auf SWR-Anfrage.
Pro-Palästina-Proteste in Mannheim
Auf der anderen Seite führt die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ihren rechtsextremen Koalitionspartnern einen Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen, der zu Tod und Elend unter den Palästinensern geführt hat.
Vor diesem Hintergrund gab es in Mannheim am Dienstagabend auch eine anti-israelische Veranstaltung mit rund 200 Teilnehmern. Die pro-palästinensische Mahnwache auf dem Paradeplatz Mannheim wurde von der Gruppe "Zaytouna.rnk" und fünf anderen Gruppen organisiert. "Zaytouna.rnk" wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Gegen einen der Hauptakteure Mahmud Abu-Odeh gilt in Mannheim ein Redeverbot. Er äußerte wiederholt Vernichtungsfantasien gegen Israel, sympathisiert mit Terrororganisationen wie der Hamas oder den Huthi im Jemen. Die Polizei war laut eigenen Aussagen mit einer "der Lage angemessenen Zahl" von Polizeikräften im Einsatz. Nach Angaben eines Sprechers blieb auch diese Veranstaltung friedlich.
Hotspot für Pro-Palästina-Aktionen ist Mannheim
Mannheim war mit seiner wachsenden muslimischen Bevölkerung im vergangenen Jahr Hotspot für anti-jüdische/anti-israelische Demonstrationen. In den zwei Jahren seit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es in Mannheim über 100 pro-palästinensische Aufzüge.
Weitere Aktionen des pro-palästinensischen Lagers in Mannheim sind: Am Mittwoch eine Kunstaktion auf dem Paradeplatz, am Donnerstag vor dem Hauptbahnhof Mannheim eine Kundgebung von "Free Palestine Mannheim" und am Freitag "Students for Palestine" im Heidelberger Anatomiegarten. Am Samstag ist außerdem ein Demomarsch in Mannheim auf dem Marktplatz geplant.