Nach dem Flugunglück beim Sommerfest des Luftsportvereins Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) sind die Bergungs- und Aufräumarbeiten auf dem Flugplatzgelände abgeschlossen. Etwa ein Dutzend Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) waren am Montagmittag dabei, die Unglücksmaschine auseinanderzubauen. Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei waren ebenfalls vor Ort. Auf dem Vereinsgelände waren mehrere Vereinsmitglieder damit beschäftigt, die Überbleibsel des Sommerfests, das am Sonntagabend so tragisch zu Ende ging, wegzuräumen. Die Stimmung bei den Mitgliedern war dabei gedrückt, der Flugbetrieb auch einen Tag nach dem Unglück noch eingestellt.
Am Tag nach dem Absturz der Propellermaschine in Weinheim hat SWR-Reporter Leonard Stern vom Unfallort berichtet:
Propellermaschine bei Weinheim abgestürzt: Ursache noch unklar
Am Anfang der Landebahn des kleinen Flugplatzes war die einmotorige Propellermaschine am Sonntagnachmittag aus noch ungeklärter Ursache im Landeanflug abgestürzt. Viele Besucher des Sommerfests hatten von dem Absturz zunächst gar nichts mitbekommen, denn zwischen Festgelände und Landebahn befindet sich blickdichtes Gebüsch. Bei dem Absturz waren zwei Männer ums Leben gekommen, einer von ihnen war der mutmaßliche Pilot, ein 67 Jahre alter Mann.
An Bord befanden sich zudem ein 76-Jähriger, der ebenfalls ums Leben kam, sowie eine 40-Jährige und ein dreijähriges Kind. Frau und Kind wurden schwer verletzt, schweben aber laut Staatsanwaltschaft Darmstadt nicht in Lebensgefahr. Drei Menschen im Flugzeug seien verwandt gewesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen-Presse-Agentur (dpa). Der Pilot sei kein Familienangehöriger gewesen.
Zum Zeitpunkt des Absturzes war das Sommerfest des Luftsportvereins gut besucht gewesen. Viele Menschen hatten an diesem Wochenende die Möglichkeit genutzt, Tickets für Flüge über die Bergstraße zu kaufen. Die Veranstaltung wurde nach Bekanntwerden des Unglücks sofort unterbrochen.
Weinheims OB spricht von einem "furchtbaren Ereignis"
Nach dem Unglück hatte Weinheims Oberbürgermeister Michael Möslang (CDU) im Rahmen einer Pressekonferenz von einem "furchtbaren Ereignis" gesprochen, das alle mitgenommen habe. Die Einsatzkräfte hätten sehr professionell gearbeitet. Seit 1972 findet das Sommerfest statt. "Es war immer ein schönes, unfallfreies Fest. Wir hoffen, dass das auch in Zukunft so sein wird," so Möslang weiter.
So berichtete SWR Aktuell am Sonntagabend von dem Unglück:
Die Feuerwehr musste spezielle Werkzeuge anwenden, um die Personen aus dem Wrack befreien zu können. 17 Seelsorgerinnen und Seelsorger waren vor Ort und betreuten bis in die Abendstunden etwa 60 Personen, so Mario Horvath von der Seelsorgeeinheit.
Flugzeugabsturz wird untersucht
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) habe bereits am Sonntagabend gemeinsam mit der Kriminalpolizei die Ermittlungen zum Flugunfall aufgenommen, hieß es. Im Standardvorgehen der Bundesstelle ist nach etwa zwei bis drei Monaten mit einem Zwischenbericht zu rechnen. In dem Bericht werden die ersten Untersuchungen zusammengefasst. Ein Abschlussbericht zur Unfallursache nimmt in Normalfällen rund ein Jahr in Anspruch. Laut BFU ist das der normale Ablauf bei Flugzeugabstürzen. Die Polizei bat um Zeugenhinweise.