Gegenseitig Trost und Zuversicht spenden

Nach Amokfahrt in Mannheim: Interreligiöses Gebet auf Paradeplatz

Eine Woche nach der Amokfahrt in Mannheim hat es am Montag ein interreligiöses Gebet auf dem Paradeplatz gegeben. Eingeladen hatten das Forum der Religionen und Mannheims OB Specht.

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Von Autor/in Sarah Hennings, Stephanie Ley, Melanie Holstein

Rund 1.500 Menschen sind am Montagmittag nach der Amokfahrt laut Polizei auf dem Paradeplatz zusammengekommen, um sich gegenseitig Trost zu spenden. Dazu eingeladen hatten Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) und das Forum der Religionen. Das interreligiöse Gebet begann um 12:14 Uhr - genau zu der Uhrzeit des ersten Notrufs, der am vergangenen Montag bei der Polizei einging. Am Rosenmontag war ein Mann mit seinem Auto durch die Mannheimer Fußgängerzone gerast. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Mehrere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Vertreter verschiedener Religionen gedenken der Opfer in Mannheim

Kirchenglocken läuteten zum Auftakt des Gebets auf dem Paradeplatz. Danach hielten Vertreter der christlichen Kirchen, der jüdischen, alevitischen und muslimischen Gemeinden inne und fanden in ihren Ansprachen tröstende Worte. Angesichts der entsetzlichen Gewalt wolle man "für die Opfer und für Frieden in der Stadt beten", sagte Ralph Hartmann, evangelischer Dekan in Mannheim.

Lasst uns zusammenstehen in diesen schwierigen Zeiten und auf das Gute vertrauen.

Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften gedenken gemeinsam auf dem Paradeplatz in Mannheim.
Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften gedenken gemeinsam auf dem Paradeplatz in Mannheim.

Auch Einsatzkräfte nahmen an Gedenkveranstaltung teil

Im Anschluss an das Gebet legten Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht und die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) weiße Rosen auf dem Paradeplatz nieder. Unter den Teilnehmenden waren auch zahlreiche Polizeibeamte und Rettungskräfte.

Außerdem waren viele Bürger gekommen, um ihre Anteilnahme zu zeigen und gemeinsam für die Opfer zu beten. Einige umarmten sich oder standen still beisammen. Die Amokfahrt sei nicht nur ein Schock für die Augenzeugen gewesen, sondern "für alle Menschen, die in unserer Stadt leben", sagte die Mannheimerin Kati Field. Jeder sollte jetzt in sich gehen und die richtigen Schlüsse aus der Tat ziehen.

Wir müssen wieder mehr auf unsere Mitmenschen achten, dann lassen sich solche Tragödien vielleicht schon im Vorfeld verhindern.

Auch die ehrenamtliche Notfallseelsorgerin Isabel Gürel hielt auf dem Paradeplatz inne. Sie hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Gespräche mit Bürgern geführt, die teils unter Schock standen. Die Gedenkveranstaltung am Montag sei für viele extrem wichtig, erklärte Gürel, um das Erlebte verarbeiten und damit abschließen zu können. Wegen des großen Zulaufs ist das Angebot der Notfallseelsorge weiter verlängert worden. Bis einschließlich Samstag (15. März) von jeweils 11 bis 17 Uhr sind die Seelsorger auf dem Paradeplatz ansprechbar.

Menschen legen Blumen und Kerzen nieder.
Menschen legen nach dem Gebet Blumen und Kerzen auf dem Paradeplatz nieder.

Tatverdächtiger wahrscheinlich psychisch krank

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