Der neue Mann an der Spitze des bevölkerungsreichsten Landkreises in Baden-Württemberg heißt Manuel Just. Der 47 Jahre alte, noch amtierende Oberbürgermeister von Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) setzte sich bei der Wahl durch den Kreistag in Wiesloch am Dienstagnachmittag gegen seinen einzigen Mitbewerber Ralf Frühwirt (Grüne) durch. Just bekam 72 von 96 Stimmen. Für den 64 Jahre alten Leimener Frühwirt stimmten 20 Kreisräte, vier enthielten sich. Der Landrat wird in Baden-Württemberg für acht Jahre gewählt. Die Amtszeit beginnt am 1. Mai.
Der parteilose Just hatte sich bereits im Vorfeld die Unterstützung des sogenannten bürgerlichen Lagers aus CDU, Freien Wählern und FDP gesichert. Zusätzlich bekam er aber auch aus anderen Fraktionen eine nennenswerte Zahl von Stimmen. Er wird damit Nachfolger von Stefan Dallinger (CDU), der nach 16 Jahren im Amt nicht mehr antrat.
Manuel Just: Erster parteiloser Landrat des Rhein-Neckar-Kreises
Just ist der erste parteilose Landrat des 1973 durch die Kommunalreform gegründeten Kreises - seine Vorgänger waren allesamt CDU-Politiker. Just steht der CDU ebenfalls nahe und saß bislang auch für die CDU-Fraktion im Kreistag. Er ist gelernter Verwaltungsfachmann - und, wie er am Dienstag sagte, ein "Kind der Region". In Weinheim wurde er 2018 zum Oberbürgermeister gewählt, konnte das Amt wegen einer Wahlanfechtung aber erst mit fast einem Jahr Verzögerung im Mai 2019 antreten. Zuvor war er zwölf Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Hirschberg (Rhein-Neckar-Kreis). Als Landrat Stefan Dallinger seinen Rückzug für dieses Jahr ankündigte, warf Just seinen Hut in den Ring.
Landrat Just: Entbürokratisierung und Digitalisierung der Verwaltung
Als Ziele seiner Amtszeit nannte Just in seiner Bewerbungsrede vor der Wahl unter anderem die "Entbürokratisierung", den Ausbau der Digitalisierung und die wirtschaftliche Stabilisierung. Auch bei den Themen Klimaschutz und Gesundheitsverorgung wolle er an die Leistungen seines Vorgängers anknüpfen. Allerdings stehe alles unter dem Vorbehalt der Haushaltskonsolidierung.
Von der Landratswahl berichtete am Dienstagnachmittag SWR Reporter Matthias Wiest.
Müll, Krankenhäuser, Verkehr: Landkreis hat vielfältige Aufgaben
Im Rhein-Neckar-Kreis leben über 550.000 Menschen in 54 Städten und Gemeinden. Der Landkreis ist unter anderem für die GRN-Kliniken, die Berufsschulen oder auch die Abfallwirtschaft zuständig. Auch die Unterbringung von Flüchtlingen und der Öffentliche Nahverkehr gehört zu seinen Aufgaben. Für Bürgerinnen und Bürger ist das Landratsamt bei zahlreichen Anliegen zuständig, von der Kfz-Zulassung bis zum Bauantrag.