Auch wenn Paul Tremmel 1929 in Theisbergstegen (Landreis Kusel) geboren wurde: Seine Heimat war Forst an der Weinstraße (Kreis Bad Dürkheim). Dorthin war er im Alter von drei Jahren mit seiner Familie gezogen. Als Tremmel 15 Jahre alt war, wurde er eingezogen und musste bei der so genannten Ardennenoffensive an die Front. Nach einem Heimaturlaub kehrte er nicht mehr dorthin zurück, sondern versteckte sich bei Forst, bis der Krieg vorbei war.
Auf einer Geburtstagsfeier als Dichter entdeckt
Dass aus Paul Tremmel später ein weit über seine Heimatgemeinde bekannter Mundartdichter werden würde, war damals noch nicht abzusehen. Er machte eine Lehre als Schlosser, später eröffnete er eine Tankstelle - und schließlich ein Autohaus. Zum Dichten kam er relativ spät - und eher durch einen Zufall: Im Jahr 1972 trug er auf einer Geburtstagsfeier ein Gedicht vor. Nicht nur die Gäste waren begeistert, auch die Zeitung berichtete über ihn. Seitdem absolvierte Tremmel über fünf Jahrzehnte unzählige Auftritte - unter anderem auf dem Dürkheimer Wurstmarkt, wo er noch mit fast 90 Jahren seine Gedichte vortrug.
Unzählige Auftritte im Fernsehen und im Radio
Ab 1983 war Paul Tremmel außerdem regelmäßig in den Medien präsent – sowohl im Fernsehen, als auch von 1996 bis 2015 mit seiner wöchentlichen Mundart-Kolumne "Die Woch" beim damaligen Kurpfalz-Radio. Dadurch erlangte er auch überregionale Bekanntheit. Seine letzte Radio-Kolumne hieß "Der Abschied".
Paul Tremmel war ständig unterwegs und traf Prominenz von Kurt Beck bis Hannelore Kohl - und für Hollywood-Star Errol Flynn, der damals in Europa drehte, dichtete er zwar nicht, war aber zeitweilig als sein Chauffeur im Einsatz.
Tremmel gewann im Laufe seiner Karriere mehrere Mundart-Preise und veröffentlichte über zwanzig Gedicht-Bände. Außerdem war er Ehrenbürger von Forst. Anlässlich seines 95. Geburtstages weihte die Gemeinde im vergangenen Jahr ihren "Dichterweg" ein. Zuletzt lebte Paul Tremmel in Deidesheim. Am Samstagmorgen starb er in einer Ludwigshafener Klinik.