Die MVV Energie AG in Mannheim hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Umsatzrückgang abgeschlossen. Der Umsatz ist um über eine Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahr auf 6,1 Milliarden gesunken, das Ergebnis ist aber stabil geblieben. 360 Millionen Euro hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 aus dem laufenden Geschäft eingenommen. Das sei ein ordentliches Ergebnis, sagte Vorstandschef Gabriël Clemens bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt.
Weiter auf Kurs klimapositiv
Die MVV bleibt ihrem Kurs hin zur Klimaneutralität und in der Perspektive sogar zur Klimapositivität treu, versicherte Vorstandschef Clemens. Klimapositiv würde bedeuten, dass der Energiekonzern unter dem Strich der Atmosphäre mehr Kohlendioxid entzieht als durch seine Aktivitäten in die Umwelt abgegeben werden.
Um das zu erreichen setzt der Mannheimer Energieversorger, der zu knapp über 50 Prozent der Stadt Mannheim gehört, auf erneuerbare Energien. Ein zentrales Projekt ist die grüne Fernwärme: Drei Geothermie-Heizkraftwerke sollen in Zukunft 160.000 Haushalte mit Wärme versorgen, eines davon soll in Mannheim-Rheinau entstehen. Das kürzlich verabschiedete Geothermie-Beschleunigungsgesetz der Bundesregierung helfe dabei.
Größte Flußwärmepumpe der Welt
Dazu kommen drei Flußwärmepumpen: Drei riesige Wärmepumpen sollen umweltfreundliche Wärme für die Fernwärme-Versorgung liefern. Sie entziehen dem Rhein Wärme. Eine ist schon in Betrieb, eine weit größere kommt hinzu. Sie hat bis zu 165 Megawatt Wärmeleistung, das würde für 40.000 Haushalte reichen. Sie ist nach dem jetzigen Stand die größte der Welt, so die MVV. Eine dritte Flußwärmepumpe ist geplant.
Die Fernwärme-Versorgung der Rhein-Neckar-Region soll komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden, dazu gehört allerdings auch die Abwärme aus dem Verbrennen von Abfällen.
Stark in der Windenergie, Probleme beim Gas
Im Bereich Windenergie ist die MVV nach wie vor stark aktiv. Mehrere von der MVV betriebene Windparks sind allein in diesem Jahr ans Netz gegangen.
Für den Gasmarkt forderte Vorstandschef Clemens klare Vorgaben der Politik. Das Thema Ausstieg aus dem Erdgasmarkt bleibt für die MVV problematisch. Die Ankündigung, in Mannheim in rund zehn Jahren die Erdgasversorgung einzustellen, hat für viel Protest und Unmut in der Bevölkerung gesorgt.
MVV-Vorstandschef Gabriël Clemens betonte, die Branche warte auf die Übernahme der EU-Gasrichtlinie durch die Bundesregierung. Die EU-Gasrichtlinie sieht jetzt vor, die Umstellung auf Wasserstoff oder erneuerbare Gase zu fördern. Die Fristen für die Umstellung weg vom Gas dürften allerdings nicht zu lang sein, fordert der MVV-Chef. Nach der Transformation der Gasnetze könnten diese in Zukunft auch Wasserstoff transportieren.
Für das bereits laufende Geschäftsjahr 2026 plant die MVV hohe Investitionen und erwartet einen leichten Rückgang beim operativen Ergebnis.