Der Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags hat die Weichen für eine Ampel an der B 45 im Süden von Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis) gestellt. Die Forderung von Anwohnern eines kleinen Wohngebiets dort gibt es schon seit vielen Jahren. Sie wollen außer einer Fußgängerampel auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h auf der Bundesstraße. Dazu gibt es auch eine von Anwohnern initiierte Petition. Die wurde jetzt vom Petitionsausschuss des Landtags in Stuttgart mit einer "Abhilfe"-Empfehlung versehen. Das heißt: Eine große Hürde Richtung Ziel wurde somit erfolgreich genommen. Die Rhein-Neckar-Zeitung hat darüber zuerst berichtet. Mitglieder des Petitionsausschusses hatten sich im Januar selbst vor Ort ein Bild von der Situation gemacht.
Ampel an Bundesstraße soll kommen: Bürgermeister freut sich
Anwohnerin und Petentin Andrea Hoffmann sagte dem SWR am Telefon mit hörbarer Erleichterung in der Stimme: "Ich freue mich darüber, wir gehen davon aus, dass der Landtag der Entscheidung zustimmen wird und wir hoffen auf eine möglichst schnelle Umsetzung." Der Bürgermeister von Neckargemünd, Jan Peter Seidel (parteilos) zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der positiven Nachricht aus dem Petitionsausschuss. Er erklärte dem SWR: "Für die Bewohner ist das ein großartiger Erfolg nach knapp einem halben Jahrhundert."
Landtagsabgeordneter Katzenstein: Wunsch nach Ampel "völlig berechtigtes Anliegen"
Der Grünen-Landtagsabgeordnete und Petitionsausschuss-Mitglied Hermann Katzenstein (Wahlkreis Sinsheim) teilte dem SWR mit, nun werde "endlich einem völlig berechtigten Anliegen nachgekommen". Denn ein Gehweg sei "nur dann ein guter Gehweg, wenn Eltern ihre Kinder dort alleine gehen lassen können, ohne große Sorgen zu haben". Katzenstein erklärte, er sei zuversichtlich, dass es dank einer Fußgängerampel an der B45 "in Zukunft höhere Fahrgastzahlen in dem Bus" geben werde. Für viele Bewohner des Wohngebiets an der B45 sei die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs "derzeit kaum zumutbar". Viele nähmen wegen der fehlenden sicheren Querungsmöglichkeit doch - "noch" - das eigene Auto.
Vor-Ort-Termin zeigt Möglichkeiten auf Petition in Neckargemünd: Ampel auf der B45 und Tempo 50
Der Petitionsausschuss des Landtags hat sich am Montag ein Bild in Neckargemünd über eine Petition für eine Ampel und Tempo 50 auf der B45 gemacht. Ein Teilerfolg wäre möglich.
Querung der B 45 bei Neckargemünd: "Es geht um Menschenleben"
Petentin Andrea Hoffmann zufolge geht es um Menschenleben, denn am südlichen Ortsausgang von Neckargemünd gilt auf der B 45 aktuell noch Tempo 70. Das Problem: Auf der anderen Seite der Bundesstraße gibt es eine Bushaltestelle. Die Buslinie verkehrt zwischen dem Süden Neckargemünds und dem Nachbarort Bammental. Täglich, so Hoffmann, müssten dort Kinder zu dieser Bushaltestelle, um dann mit dem Bus zur Schule nach Bammental zu fahren. Auch ältere Anwohner, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr schnell laufen können, tun sich schwer mit der Querung der Bundesstraße.
Die Anwohner setzen sich schon länger für eine Fußgängerampel ein, der erste Antrag stammt aus dem Jahr 1978. Die örtlichen Behörden hatten allerdings eine andere Meinung. Den 600 Meter weiten Umweg zur nächsten Fußgängerampel sahen sie bisher als ausreichende Alternative an.
Ampel an der Bundesstraße: Wie geht es jetzt weiter?
Auch wenn es sich bei der Empfehlung des Petitionsausschusses um eine positive Nachricht handelt: Noch sind die Ampel und die Tempo 50-Zone nicht endgültig beschlossen. Erst muss der baden-württembergische Landtag darüber abstimmen. Eine Sprecherin des Landtags bestätigte dem SWR auf Anfrage, dass sich der Landtag nach der Landtagswahl (8. März) damit befassen müsse. Wahrscheinlich werde die endgültige Entscheidung aber erst im Sommer getroffen, so die Sprecherin.