Am südlichen Ortsausgang von Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis) passieren immer wieder - zum Teil auch schwere - Unfälle. Das bestätigen neben der Polizei auch viele Anwohner, die in unmittelbarer Nähe wohnen. Es geht um die B 45, die Neckargemünd mit Bammental (auch Rhein-Neckar-Kreis) verbindet. Parallel zu dieser Bundesstraße befindet sich im Süden Neckargemünds ein Wohngebiet, bestehend aus der Adam-Siefert-Straße.
Die Bewohner dort kämpfen schon seit Jahren für eine Verkehrsberuhigung auf der vielbefahrenen B 45 vor ihrer Haustür. Sie wollen, dass Auto-, Motorrad- und Lkw-Fahrer dort nur 50 km/h fahren dürfen (jetzt: 70 km/h) und vor allem setzen sie sich für die Errichtung einer Fußgängerampel ein, die einen sicheren Zugang zu einer Bushaltestelle möglich machen soll.
Ortsbesichtigung mit Behördenvertretern in Neckargemünd
Am Montag (12. Januar) könnte Bewegung in die Sache kommen. Denn dann wird es dort eine öffentliche Ortsbesichtigung mit Vertretern des Petitionsausschusses des baden-württembergischen Landtags geben. Mit dabei werden dann auch Vertreter des Verkehrsministeriums, des Regierungspräsidiums, des Landratsamts und der Stadt sein. Und natürlich Anwohner, die die Petition zur Verkehrsberuhigung unterzeichnet haben.
Überquerung der B 45 "lebensgefährlich"
Marianne Bauer ist eine von ihnen. Die Seniorin lebt in einem Haus mit direktem Blick auf die B 45 und freut sich schon sehr auf das Treffen mit den Behördenvertretern. Dem SWR sagte sie, ihr "und allen anderen in der Adam-Siefert-Straße" gehe es vor allem um eine Ampel. Vor allem für Schülerinnen und Schüler, die mit dem Bus zur Schule nach Bammental fahren müssen. Doch um an die Bushaltestelle zu kommen, müssten sie - ohne Ampel und Zebrastreifen - die Bundesstraße überqueren. Ein Unding für Bauer und viele Anwohner hier, vor allem die mit Kindern.
Das ist lebensgefährlich. Und deswegen haben wir die Petition gemacht.
Verkehrsberuhigung auf B 45 schon 2021 im "Lärmaktionsplan"
Dazu, so die Seniorin, komme der Verkehrslärm: "Das ist auf Dauer nicht mehr zumutbar". Schon vor fünf Jahren (2021) standen die Maßnahmen (Tempo-Reduzierung und zusätzliche Ampel) im "Lärmaktionsplan" der Stadt. Bürgermeister und Gemeinderat stehen laut einer Stadtsprecherin dahinter. Warum bisher nichts umgesetzt werden konnte? Die Sprecherin verweist auf einen "Genehmigungsvorbehalt durch das Regierungspräsidium". Die Stadt könne in dieser Sache nicht selbständig entscheiden, sie brauche das OK der übergeordneten Behörden.
Lärmaktionsplan in Neckargemünd: "handwerkliche Fehler und Verzögerungen"
Außerdem, so die Sprecherin, habe es rund um den Lärmaktionsplan von 2021 "Widerstände, handwerkliche Fehler und Verzögerungen" gegeben, letztlich sei der Plan auch an Fristabläufen gescheitert. Weitere Einzelheiten und Hintergründe nannte die Sprecherin nicht. Im vergangenen Jahr (2025) sei nun eine Neufassung des "Lärmaktionsplans" auf den Weg gebracht worden. Der liege "jetzt dem Landratsamt zur Stellungnahme vor".
Ortsbesichtigung Neckargemünd: Argumente vortragen, Fragen beantworten
Ein Sprecher des baden-württembergischen Landtags teilte dem SWR mit, der Ortstermin am Montag in Neckargemünd solle in erster Linie die Petitions-Unterzeichner und Behördenvertreter zusammenbringen, "damit diese ihre Argumente vortragen können oder offene Fragen beantworten". Die Behördenvertreter "besichtigen die Örtlichkeit, damit sie einen Eindruck vom Petitionsgegenstand erhalten können". Der Termin wird voraussichtlich zwei Stunden dauern.
Entscheidung zur B 45 kann noch dauern
Der Landtagssprecher erklärte weiter, eine Entscheidung zur Petition werde bei dem Ortstermin aber nicht getroffen. Stattdessen werde der Petitionsausschuss des Landtags "zu einem späteren Zeitpunkt" über die Petition beraten - in "nicht-öffentlicher Sitzung" - und dann "dem Landtagsplenum einen Beschlussvorschlag unterbreiten". Für die genervten Bewohner der Adam-Siefert-Straße dürfte es bis zu einer endgültigen Entscheidung gern noch etwas schneller gehen.