Verurteilter Mann vermindert schuldfähig

Fünf Jahre Haft nach Macheten-Angriff in Mannheim

Ein 32-Jähriger hat Ende November 2025 einen Mann in der Mannheimer Innenstadt lebensgefährlich mit einer Machete verletzt. Jetzt wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Paul Jonas Grunze

Vor dem Landgericht Mannheim ist am Freitag ein 32-Jähriger verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er Ende November 2025 einen anderen Mann an einer Straßenbahnhaltestelle in der Mannheimer Innenstadt mit einer Machete schwer verletzt. Der Angeklagte muss laut dem Urteil für fünf Jahre ins Gefängnis, wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

Motiv für Macheten-Angriff bleibt unklar

Der Vorsitzende Richter erklärte, der Verurteilte sei erheblich vermindert schuldfähig. Denn bei seinem Angriff an der Straßenbahnhaltestelle "Tattersall" in der Nähe des Hauptbahnhofs habe er unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain sowie weiteren Drogen gestanden. Der Mann habe sich spontan zu der Tat entschieden. Trotzdem sei die Tat kein minder schwerer Fall.

Der Angeklagte habe den Tod seines damals 36 Jahre alten Opfers billigend in Kauf genommen. Außerdem sei er schon vor der Tat mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. Warum er den anderen Mann angriff, konnte nach Angaben des Richters im Rahmen des Prozesses trotz mehrerer Zeugenaussagen nicht endgültig geklärt werden.

Polizeieinsatz nach Angriff an einer Bahnhaltestelle in Mannheim
An der Mannheimer Straßenbahnhaltestelle "Tattersall" war Ende November vergangenen Jahres ein Mann bei einer Auseinandersetzung schwer verletzt worden. René Priebe / PR-Video

Der verurteilte 32-jährige Tunesier verfolgte die Urteilsverkündung aufmerksam. Bereits zum Prozessauftakt hatte er erklärt, dass er sich nicht an die Tat erinnern könne. Das Landgericht konnte auch nicht herausfinden, ob sich der Angeklagte und sein späteres Opfer bereits vor der Tat gekannt haben.

Machete mit Blutspuren bei Durchsuchung entdeckt

Das Gericht ist davon überzeugt, dass der Angeklagte den Mann an der Straßenbahnhaltestelle zunächst verbal und anschließend mit einer Machete bedroht hatte. Nachdem er sein Opfer gegen den Unterstand der Haltestelle gedrückt hatte, hatte der Angeklagte den 36-Jährigen mit der Machete mit einer etwa 35 Zentimeter langen Klinge lebensgefährlich am Oberschenkel und am Schulterblatt verletzt.

Mehrere Zeugen hatten ausgesagt, dass der Verurteilte sich bei der Tat aggressiv verhalten habe. Der 36-Jährige wurde notoperiert und überlebte den Angriff. Der Angeklagte war zunächst vom Tatort geflohen. Etwa eine Stunde nach der Tat hatten Polizisten ihn aber in der Nähe des Tatorts festnehmen können. Dabei entdeckten die Beamten auch die Machete mit Blutspuren in seinem Hosenbund.

Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafe gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte lediglich auf gefährliche Körperverletzung und forderte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mannheim

Angeklagter will sich nicht mehr an Tat erinnern können Prozessauftakt nach Macheten-Angriff in Mannheim

Ein 32-Jähriger muss sich seit Montag in Mannheim wegen versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Er soll einen Mann mit einer Machete angegriffen haben.

Mannheim

Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung Nach Angriff mit Machete in Mannheim: Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Ein Mann hat an der Mannheimer Straßenbahnhaltestelle "Tattersall" einen anderen Mann mit einer Machete lebensgefährlich verletzt. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft.

Mannheim

Tatverdächtiger vorläufig festgenommen Streit an Haltestelle in Mannheim: 36-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt

Bei einem Streit am Donnerstag an der Haltestelle "Tattersall" in Mannheim ist ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen vorläufig festgenommen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Paul Jonas Grunze

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!