Nach den Schüssen in einem Mannheimer Kiosk im Oktober vergangenen Jahres muss sich seit Mittwoch ein 27 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Ihm wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Am ersten Prozesstag hat auch das Opfer, der 39-jähriger Kioskbesitzer, ausgesagt.
Schüsse in Mannheimer Kiosk: Verbindungen in die Türkei?
Der damalige Kioskbesitzer wurde bei dem Vorfall lebensgefährlich verletzt und musste notoperiert werden. Er tritt im Prozess als Nebenkläger auf und sagte am ersten Verhandlungstag als Zeuge aus. Er gab an, bereits früher von einem Mann bedroht worden zu sein. Den Schilderungen des Kioskbesitzers zufolge handle es sich um einen Mann, den er aus der Türkei kenne. Er selbst sei 2024 aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Der Mann habe ihn bereits in der Türkei bedroht, auch seien Schüsse auf sein dortiges Ladengeschäft gefallen. Das Opfer sagte zudem aus, derselbe Mann habe seiner Familie gegenüber der Verantwortung für die Tat in Mannheim übernommen.
Bei der Tat handelte es sich laut Anklage offenbar um einen Auftrag. Wer genau als Auftraggeber dahintersteckt, sei bislang noch unklar.
Angeklagter äußerte sich nicht zum Tatvorwurf
Der 27-jährige Angeklagte äußerte sich bislang nicht zum Tatvorwurf. Er soll Anfang Oktober mit zwei weiteren Personen von Berlin nach Mannheim gekommen sein und kurze Zeit später auf den Kioskbesitzer geschossen haben.
Der Kiosk in den Mannheimer Quadraten hatte an diesem Tag zum ersten Mal geöffnet. Nach den Schüssen sei der Angeklagte geflüchtet. Er konnte laut Staatsanwaltschaft neun Tage nach den Ereignissen in Mannheim in Berlin festgenommen werde und sitzt in Untersuchungshaft. Am ersten Verhandlungstag wurden unter anderem Videos einer Überwachungskamera vom Tattag gezeigt. Dort war zu sehen, wie ein Mann den Kiosk in Mannheim betritt, zunächst grüßt und dann eine Waffe zieht und Schüsse abgibt.