Millionen-Investitionen auch in diesem Jahr

Roche will in Mannheim weiter wachsen

Der Pharmakonzern Roche hat im vergangenen Jahr mit seinem Deutschlandgeschäft 2,6 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als im Vorjahr. Und will weiter wachsen, auch in Mannheim.

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Von Autor/in Matthias Wiest

"Es war ein gutes, ein solides Jahr." Dieses Fazit zog die Geschäftsführung des Pharma- und Diagnostik-Konzerns Roche in Deutschland am Donnerstag in Mannheim. Von Krise war hier keine Rede. Sowohl das Geschäft mit neuartigen Medikamenten, etwa für die Augenheilkunde oder für Krebspatienten, als auch die Diagnostik-Sparte, die zum Beispiel moderne Geräte zur Blutzucker-Überwachung herstellt, hätten sich gut entwickelt. 

Moderne Geräte sagen künftigen Blutzucker-Wert voraus

Der gesamte Umsatz der deutschen Standorte lag 2024 bei 8,5 Milliarden Euro - eine leichte Steigerung um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie dynamisch der Markt sich in der Pharma-Branche entwickelt, dafür nannte die Geschäftsführung mehrere Beispiele. Teststreifen für Diabetiker etwa würden immer häufiger durch Geräte ersetzt, die den Blutzucker kontinuierlich messen und die sogar voraussagen können, wie sich der Wert in den nächsten Stunden entwickeln wird – auch damit ist Roche nach eigenen Angaben auf dem Markt erfolgreich. In absehbarer Zeit will der Konzern einen Bluttest für die Alzheimer-Früherkennung vorlegen.

Unsere schlauen Köpfe schaffen es immer wieder, neue Produkte hervorzubringen, die einen wirklichen Unterschied bei Patienten, in Laboren und in Krankenhäusern machen.

Roche-Geschäftsführung: 2025 könnte "Jahr der Meilensteine" werden

Pressekonferenz bei Roche in Mannheim
Pressekonferenz bei Roche in Mannheim

2025 könnte, so die Geschäftsführung, ein "Jahr der Meilensteine" für Roche werden. Man erwarte die Zulassung wichtiger Wirkstoffe und patientenfreundlicherer Produkte. Und bereits im Januar wurde der erste von Roche entwickelte vollautomatisierte Massen-Spektrometer in Betrieb genommen, und zwar an der Berliner Charité. Weitere sollen folgen. Die Geräte vereinfachen und verkürzen zum Beispiel die Analyse von Wirkstoffen im menschlichen Blut. Damit könnten etwa Antibiotika wesentlich zielgenauer und geringer dosiert werden als bisher üblich.

Massenspektrometrie-Gerät
Mit diesem vollautomatisierten Massenspektrometrie-Gerät lässt sich laut Roche die Laborzeit drastisch verkürzen

Deutschlandweit über 18.000 Beschäftigte

In den vergangenen fünf Jahren hat Roche nach eigenen Angaben mehr als drei Milliarden Euro in die deutschen Standorte investiert. Bundesweit beschäftigt Roche über 18.000 Mitarbeiter, mehr als 8.000 davon in Mannheim. Auch in diesem Jahr will der Schweizer Konzern in Mannheim einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.

Ob und wie sich die derzeitigen internationalen Verflechtungen und Zoll-Streitigkeiten auf das Unternehmen auswirken, könne man derzeit noch nicht sagen, hieß es in Mannheim. Und was die künftige Bundesregierung angeht, benötige man keinerlei Subventionen, sondern planbare Rahmenbedingungen.

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Matthias Wiest
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