Entsorgung von Drogenkonsum-Utensilien

Spezielle Mülleimer für Spritzen sollen für mehr Sicherheit und Sauberkeit in Mannheim sorgen

In Mannheim gibt es seit einiger Zeit sogenannte Spritzenabwurfbehälter. In den speziellen Mülleimern können zum Beispiel Nadeln und Spritzen sicher entsorgt werden.

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Von Autor/in Sarah Hennings

Seit kurzem gibt es in Mannheim an ausgewählten Orten spezielle Mülleimer, in denen Drogenkonsumenten gebrauchte Spitzen entsorgen können. Die Behälter sollen zur allgemeinen Sicherheit im öffentlichen Raum beitragen.

Fünf Spritzenabwurfbehälter in Mannheim installiert

Insgesamt gibt es fünf dieser Behälter - am Neckarufer und in der Nähe der sozialen Einrichtung "Café Anker" im Stadtteil Jungbusch. Initiiert hat das Projekt der Drogenverein Mannheim zusammen mit der Stadt.

Spritzenabwurfbehälter in Mannheim
Ein Spritzenabwurfbehälter am Mannheimer Neckarufer

Die Mülleimer sind so gebaut, dass keine Gegenstände nach dem Einwurf wieder herausgeholt werden können. Benutzte Spritzen und anderes Konsummaterial könnten so jederzeit, anonym und sicher entsorgt werden. Damit solle die Gesundheit aller Menschen geschützt werden, so der Geschäftsführer des Mannheimer Drogenvereins, Philip Gerber, gegenüber dem SWR.

Mit den Abwurfbehältern wollen wir, dass die Belastung auf den öffentlichen Plätzen mit gebrauchten Spritzen, die auch ein Infektionsrisiko bergen, gemindert wird.

Mülleimer für Spritzen werden regelmäßig geleert

Geleert werden die Behälter mehrmals in der Woche - und zwar vom sogenannten "Pick-Up-Service". Das sind drei Drogenkonsumenten, die beim Drogenverein in Mannheim arbeiten, und sich in der Szene auskennen. Sie sind in der Stadt unterwegs und wissen, wo Spritzen hinterlassen werden, so Gerber weiter. Den "Pick-Up-Service" gibt es schon seit mehreren Jahren. Im Jahr 2024 habe das Team insgesamt fast 2.400 Spritzen auf Mannheims Straßen eingesammelt.

Geringere Belastung durch einen Drogenkonsumraum?

Die Spritzenabwurfbehälter seien ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Gerber, "weil es auch zeigt, dass der Drogenkonsum weiterhin stattfindet". Eine "wesentlich geringere Belastung des öffentlichen Raums" würde es aber aus Sicht des Drogenvereins mit einem sogenannten Drogenkonsumraum geben. Dort können Suchtkranke mitgebrachte Drogen unter hygienischen Bedingungen und unter Aufsicht konsumieren. Der Mannheimer Gemeinderat hatte bereits vor knapp drei Jahren einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung des Raumes gefasst. "Dieser ist letztendlich der kommunalen Finanzlage zum Opfer gefallen", sagte Gerber dem SWR.

Stadt hält am Ziel fest, einen Drogenkonsumraum einzurichten

Dies bestätigte die Stadt auf Anfrage. Aufgrund der "prekären Haushaltslage im Jahr 2024 und 2025" habe man die nächsten notwendigen Schritte vorerst zurückgestellt, teilte eine Sprecherin der Stadt Mannheim mit. Man halte aber an dem Ziel fest, einen Drogenkonsumraum einzurichten. In den vergangenen Monaten habe es eine Standortprüfung und eine baufachliche Prüfung gegeben. Das Ergebnis: Zwei Varianten seien fachlich und wirtschaftlich sinnvoll. Die geschätzten Umbaukosten liegen laut Stadt aktuell zwischen etwa 463.000 Euro und 502.000 Euro.

Der Drogenverein Mannheim geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es etwa 1.000 bis 1.200 Opioidnutzerinnen und -nutzer in Mannheim gibt. Davon würden etwa 200 auch in der Öffentlichkeit konsumieren.

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Sarah Hennings
Sarah Hennings, SWR Studio Mannheim

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