Forscherinnen der Universität Mannheim haben sich etwa 40 Studien angeschaut, um herauszufinden, wie Mitgefühl für andere mit dem eigenen Wohlbefinden zusammenhängt. Die Ergebnisse legen nahe, dass Menschen davon profitieren, wenn sie sich in die Situation von anderen einfühlen können.
Mehr Glück durch Perspektivwechsel
Gerade jetzt zum Jahreswechsel denken viele Menschen darüber nach, was sie eigentlich glücklich macht. Auch Forscherin Corina Aguilar-Raab und ihr Team im Fachbereich Psychologie an der Universität Mannheim beschäftigen sich mit diesem Thema.
Mein Wohlbefinden ist mit dem Wohlbefinden anderer verknüpft.
Die Mannheimer Forscherin erklärt am Beispiel der Parkplatzsuche, worum es geht: "Ich kann mich natürlich tierisch darüber aufregen, dass jemand schneller war als ich und den Parkplatz vor mir wegschnappt." Es sei auch berechtigt, dass das zu Frust und Wut führen kann, sagt Aguilar-Raab. Allerdings könne man in einem zweiten Schritt eben auch überlegen, ob es für die andere Person nicht vielleicht genauso wichtig und gut ist, dass sie einen Parkplatz findet. Zusammenfassend könnte man also sagen: Man hat die Wahl, wie man auf ein unschönes Ereignis reagiert.
Das erfordert Regulation. Ich muss meine Frustration aushalten.
Forscherin: Mitgefühl kann man lernen
Aguilar-Raab wünscht sich, dass die Ergebnisse ihrer Forschung Antworten darauf liefern, wie Menschen ihr Leben miteinander gestalten können. "Wer Mitgefühl lernt, ist vermutlich langfristig zufriedener." Und eigene Denkmuster könne man in der Regel auch ändern. An der Universität Mannheim bietet sie im Rahmen eines Forschungsprojekts dafür sogenannte "Mitgefühltrainings" an.