Deutliche Ernteeinbußen erwartet im Jahr 2026

Drohnen, Roboter und Biodiversität: Südzucker arbeitet in Mannheim an neuen Ideen für den Zuckerrübenanbau

Wie sieht die Zukunft des Zuckerrübenanbaus aus? Auf einem Versuchsgut in Mannheim arbeitet Südzucker an Optimierungen im Anbau – unter anderem mit Drohnen und Robotern.

Teilen

Stand

Von Autor/in Dagmar Kwiatkowski

Die Zuckerrübenbauern bundesweit und damit auch in der Region stehen vor einer deutlich schlechteren Ernte als in der Vergangenheit. Der Südzucker-Konzern mit Hauptsitz in Mannheim erwartet eigenen Angaben zufolge deutliche Ertragseinbußen.

Trockenheit, Hitze, Schädlinge setzen der Rübe zu

Die Gründe sind vielfältig: die lange Trockenheit im Sommer, die extreme Hitze und Schädlinge: vor allem die Schilf-Glasflügel-Zikade macht den Landwirten zu schaffen. Wie sich das auf die Zuckerpreise und damit auf den Verbraucher auswirken wird, dazu äußert sich Südzucker nicht – wie es heißt, aus marktrechtlichen Gründen.

Mannheim

Ein Drittel weniger Zucker Historisch schlechte Zuckerrübenernte droht: Klima-Sorgen bei Südzucker

Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer geht von einem Drittel weniger Zucker aus. Südzucker in Mannheim sieht die Lage mit Sorge, wirtschaftliche Folgen sind offen.

Vor dem Hintergrund der erwarteten Ernteeinbußen wird der Blick in die Zukunft umso wichtiger. Peter Risser ist Leiter des Versuchsguts, das Europas größter Zuckerkonzern seit 1862 vom Land Baden-Württemberg gepachtet hat - eigenen Angaben zufolge für praxisnahe Feldversuche.

Das Versuchsgut von Südzucker in Mannheim-Kirschgartshausen
Peter Risser zeigt eine von Schädlingen befallene Zuckerrübe.

Die Versuchsfläche von über 300 Hektar liegt in Kirschgartshausen, zwischen Mannheim und Lampertheim (Kreis Bergstraße) direkt an der Bundesstraße 44. Hier wird unter anderem der Einsatz von Robotern und Drohnen im Rübenanbau getestet. Ein Beispiel ist ein solarbetriebener Ackerroboter – entwickelt für die automatische Aussaat und die Unkrautbekämpfung auf dem Acker. Peter Risser erklärt, dass der Roboter genau den Standort jeder einzelnen Rübe kennt und dadurch weiß, wo er harken muss, nämlich zwischen den Pflanzen. Das spart Zeit.

Das Versuchsgut von Südzucker in Mannheim-Kirschgartshausen
Südzucker testet einen Roboter, der auch säen und harken kann.

Auch Drohnen werden in Kirschgartshausen getestet, erklärt Risser. Denn sie seien mittlerweile günstiger geworden.

Wir können [mit der Drohne] wirklich Pflanzen zählen und Unkräuter erkennen.

Mit den Drohnen werden die Felder beobachtet. Daraus können Karten entstehen, die zeigen, wie viele Pflanzen zu sehen sind und es ist möglich, Unkräuter zu erkennen. Damit können gezielt – am besten weniger - Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Und größere Drohnen, erklärt der Agrarwissenschaftler, können sogar beim Säen unterstützen und die entsprechenden Maschinen ersetzen.

Südzucker setzt auch auf Biodiversität

Auf dem Versuchsgut wird auch mit sogenannten Blühstreifen mitten in den Rübenfeldern experimentiert. Die sollen mehr und vor allem unterschiedliche Insekten anlocken, Stichwort: Biodiversität, also Artenvielfalt.

Das Versuchsgut von Südzucker in Mannheim-Kirschgartshausen ist übrigens offen für Besucher. Es gibt zahlreiche Schau- und Infotafeln, auch Führungen sind möglich.

Mannheim

Südzucker macht 362 Millionen Euro Verlust Südzucker schreibt tiefrote Zahlen und streicht Dividende

Der Mannheimer Südzucker-Konzern verzeichnet 362 Millionen Euro Verlust, der Umsatz ging um fast 14 Prozent zurück.

Offenau

Gute Rübenernte dank Notfallzulassung Südzucker-Werk Offenau: Auch Weihnachten im Dauerbetrieb

Das Südzucker-Werk in Offenau läuft auch zwischen den Jahren im 24-Stunden-Betrieb. Trotz Keksen und Weihnachtsbeleuchtung gilt bei Rübe und Zucker volle Konzentration.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Dagmar Kwiatkowski
Dagmar Kwiatkowski

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!