Ein deutsch-libanesisches Brüderpaar aus Mannheim hatte Ende vergangenen Jahres offenbar einen islamistisch motivierten Anschlag geplant. Die beiden sind am vergangenen Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Landgericht Mannheim verurteilt worden - wegen Verabredung zum Mord und Verabredung zum Erwerb einer Kriegswaffe. Nach Angaben des Gerichts hat der jüngere Bruder eine Jugendstrafe von vier Jahren erhalten, der ältere Bruder eine Jugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Außerdem wurde ein Komplize zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt - wegen unerlaubten Erwerbs einer Kriegswaffe. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig, teilte ein Gerichtssprecher auf Anfrage mit.
Öffentlichkeit ausgeschlossen Mannheim: Prozessauftakt gegen mutmaßliche IS-Sympathisanten
In Mannheim hat der Prozess gegen drei junge Männer begonnen. Zwei von ihnen sollen einen islamistischen Anschlag geplant haben. Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen.
Brüder aus Mannheim waren offenbar IS-Sympathisanten
Die beiden 15- und 21-jährigen Brüder aus Mannheim hätten sich über die vergangenen Jahre radikalisiert und mit der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) sympathisiert, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA). In der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres sollen sie einen Anschlag geplant haben, mit dem sie laut Gericht nicht-muslimische Menschen treffen wollten.
Laut Staatsanwaltschaft hatten sich die beiden Brüder durch das Ansehen von Gewalt- und Propagandavideos religiös-extremistischen Ideologien angenähert. Bei der Durchsuchung der Wohnräume der beiden Geschwister im Dezember 2024 fanden die Ermittler unter anderem IS-Propagandamaterial.
Unterstützer des geplanten Terroranschlags hatte Sturmgewehr zuhause
Der Komplize der beiden Brüder war ein 23-jähriger Deutschtürke aus Hessen. Laut Gericht hat er die Waffen besorgt. Bei einer Wohnungsdurchsuchung konnte die Polizei ein Sturmgewehr mit zugehöriger Munition sicherstellen.
Die drei Männer waren im Dezember 2024 bei einem länderübergreifenden Einsatz von Spezialkräften in ihren Wohnungen festgenommen worden. Ermittlungen hatten zuvor den Verdacht erhärtet, dass es konkrete Vorbereitungen für einen Anschlag gegeben hatte.
Kein öffentlicher Prozess wegen Schutz eines Minderjährigen
Zu Prozessbeginn war die Öffentlichkeit zum Schutz des jüngeren Bruders, der zum Tatzeitpunkt 14 Jahre alt war, ausgeschlossen worden. Eine öffentliche Verhandlung hätte Nachteile für seine persönliche, soziale und berufliche Zukunft gebracht, heißt es. Auch die Urteilsverkündung am Dienstag fand hinter verschlossenen Türen statt.