In Mannheim steht seit Anfang April ein 27 Jahre alter Mann vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, im Oktober auf einen Kioskbesitzer geschossen zu haben. Über seinen Verteidiger ließ der 27-Jährige im Prozess sein Geständnis verlesen. Zuerst hatte der "Mannheimer Morgen" berichtet. Demnach gab der Angeklagte zu, auf den Besitzer geschossen zu haben. Das bestätigte eine Sprecherin des Mannheimer Landgerichts am Donnerstag dem SWR.
Er habe geschossen, aber den Mann nicht töten wollen, zitiert die Zeitung aus dem Geständnis. Der 27-Jährige habe auf die Beine des Mannes gezielt, um ihn zu verletzen, danach sei er geflohen. Zu den Hintergründen der Tat äußerte er sich nicht. Am selben Prozesstag haben die Plädoyers stattgefunden - unter Ausschluss der Öffentlichkeit, so die Sprecherin des Gerichts weiter. Grund dafür sei die Aussage eines minderjährigen Zeugen gewesen.
Geplanter Auftragsmord aus der Türkei?
Einen Zusammenhang mit Vorfällen in der Türkei bestreite er aber, heißt es weiter. Das Opfer hatte zum Prozessauftakt von Drohungen und Schutzgeldforderungen gesprochen. Der Mann hatte früher einen Laden in der Türkei. Durch die Schüsse war der 39-Jährige lebensgefährlich verletzt worden, er hatte seinen Kiosk an diesem Tag erstmals geöffnet. Der mutmaßliche Täter wurde wenige Tage nach der Tat in Berlin festgenommen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem versuchten Auftragsmord aus. Ein Urteil wird nach Angaben des Gerichts am 29. April erwartet.