Der geplante Windpark am Weißen Stein rückt näher: Die Bürgermeister von Dossenheim und Schriesheim, David Faulhaber und Christoph Oeldorf, haben am Freitag einen Kooperationsvertrag mit dem Projektentwickler Pionext unterschrieben. Das Unternehmen plant laut des Vertrags mit bis zu neun Windkraftanlagen auf dem Gebiet. Allerdings rechnet es damit, dass wegen des noch ausstehenden Genehmigungsverfahrens höchstens sieben Anlagen entstehen.
Bis zu neun Windkraftanlagen am Weißen Stein geplant
Von den insgesamt neun verschiedenen Standorten, die für den Bau von Windkraftanlagen infrage kommen, befinden sich sechs auf Dossenheimer und drei auf Schriesheimer Gebiet. Voraussetzung für den Bau des Windparks ist laut des Vertrag, dass mindestens drei Windenergieanlagen genehmigt werden. Das Genehmigungsverfahren könnte im Jahr 2027 starten.
Derzeit läuft eine artenschutzrechtliche Prüfung, die der Projektentwickler auf eigenen Kosten durchführen lässt. Daraus hätten sich nach Angaben des Geschäftsführers Michael Lüer bisher keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Bau von Windenergieanlagen ergeben. Auch die Flugsicherheit sowie die Stabilität des Stromnetzes könnten die Zahl der Windkraftanlagen beeinflussen. Der Projektentwickler geht davon aus, dass letztlich ingesamt höchstens sieben Anlagen genehmigt werden.
In dem am Freitag unterzeichneten Vertrag ist außerdem festgehalten, dass das Unternehmen 20 Jahre lang regionale Naturschutzmaßnahmen finanziell unterstützen soll. Außerdem sind Ausgleichs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen geplant. Die Bürgerinnen und Bürger der beteiligten Gemeinden sollen etwa durch einen günstigeren Ökostrom-Tarif und die Beteiligung über Bürgerenergie-Genossenschaften von dem Windpark profitieren können.
Pacht soll im sechsstelligen Bereich pro Windrad und Jahr liegen
Bei dem Termin am Freitag wurden auch Verträge unterzeichnet, die die Pachtzahlungen des Projektentwicklers an die beiden Kommunen regeln, denen die Flächen gehören. Die Pacht soll nach Angaben der Projektbeteiligten pro Windkraftanlage und Jahr im sechsstelligen Bereich liegen.
Dossenheims Bürgermeister David Faulhaber betonte bei der Vertragsunterzeichnung, angesichts der deutschen Abhängigkeit von Energie aus dem Ausland sei er froh, dass man das Projekt verfolge, Energie vor Ort zu produzieren. Die Bevölkerung sei bei diesem sehr langen Prozess intensiv eingebunden gewesen und die Gemeinderäte hätten aktiv mitgewirkt.
Christoph Oeldorf, der Bürgermeister von Schriesheim, lobte bei dem Termin, beide Gemeinden hätten bislang "extrem gut" zusammengearbeitet. Er schaue positiv in die Zukunft. Man wolle den Windpark nun in einem "überschaubaren Zeitrahmen" auf die Strecke bringen.
Bürgerentscheid zugunsten eines Windparks
Im November 2025 hatten die Menschen in einem Bürgerentscheid in beiden Gemeinden mehrheitlich für einen Windpark am Weißen Stein gestimmt. Der Abstimmung waren kontroverse Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern eines Windparks über Natur- und Artenschutz sowie die Auswirkungen auf das Landschaftsbild vorausgegangen. In dieser Woche hatten schließlich beide Gemeinderäte dem Vertrag zugestimmt. Der Windpark am Weißen Stein soll nach jetzigem Stand im Jahr 2030 seinen Betrieb aufnehmen.