Ein Pilotprojekt für Agri-Photovoltaik ist in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) entstanden: Der Energiepark "Neusaß II" wurde am Montagnachmittag eingeweiht. Hier wachsen Kartoffeln oder anderes Gemüse neben Photovoltaik-Modulen. Agri-Photovoltaik nennt sich diese Form der erneuerbaren Energie-Gewinnung.
Auf einer Fläche von fast neun Hektar kann jetzt doppelt "geerntet" werden. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) war bei der Einweihung der Anlage "Neusaß II" am Montagnachmittag mit dabei.
Das ist eine Anlage für die Zukunft.
Minister Hauk: "Das ist das Modell der Zukunft"
Die Anlage verbindet laut Hauk die Energieerzeugung mit der landwirtschaftlichen Nutzung. "Das ist das Modell der Zukunft, damit wir mit der landwirtschaftlichen Fläche sparsam umgehen und trotzdem diese energetisch nutzen können", so der BW-Landwirtschaftsminister im SWR-Interview.
Doppelnutzung mit Lebensmittelproduktion und Stromerzeugung
In dem neuen Energiepark außerhalb von Walldürn wurden rund 6.000 Photovoltaik-Module senkrecht installiert. Die Modulreihen stehen jeweils in einem Abstand von etwa zehn Metern - breit genug für landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren und Mähdrescher. Vor allem Grünfutter, aber auch niedrig wachsende Pflanzen wie Kartoffeln oder Linsen können auf der Fläche zwischen den Solarpanelen angebaut werden. Die Photovoltaikmodule selbst nehmen von beiden Seiten Energie auf und schützen die Pflanzen vor Winden und der heißen Sonne.
"Neusaß II" soll rund 950 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen
Die Kosten von knapp drei Millionen Euro teilen sich zwei Privatleute, die Stadtwerke Buchen und die Stadtwerke Walldürn. Noch fehlen Erfahrungen mit solch großen Anlagen, aber der Ansatz ist - laut den Investoren - "vielversprechend". Drei Megawatt Strom soll "Neusaß II" künftig liefern. "Neusaß II" versorgt dann laut den Betreibern rund 950 Vier-Personen-Haushalte mit Strom. Mit dem neuen Energiepark könnten demnach fast 2.500 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr eingespart werden.