Demo vor Stuttgarter Landtag

Medizin-Studierende demonstrieren für gerechtere Bedingungen im Praktischen Jahr

Mit gerade einmal 300 bis 900 Euro im Monat kommen viele Medizin-Studierende im Praktischen Jahr kaum über die Runden. Jetzt machen sie Druck auf die Politik.

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Stand

Von Autor/in Astrid Meisoll

Mit einer Demonstration vor dem Landtag in Stuttgart wollen sich Medizin-Studierende für bessere Bedingungen im sogenannten Praktischen Jahr (PJ) stark machen. Im Wissenschaftsausschuss im Landtag findet am Mittag eine öffentliche Anhörung statt, bei der die Studierenden zu Wort kommen.

Das Praktische Jahr ist ein zentraler Bestandteil gegen Ende des Medizinstudiums. In dieser Phase arbeiten die Studenten und Studentinnen Vollzeit in Kliniken, um ihr theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden. Die Rahmenbedingungen sorgen allerdings seit Jahren für Diskussionen. Die Initiative "Faires Praktisches Jahr" kritisiert vor allem die ungleiche und oft niedrige finanzielle Unterstützung, die während des PJ gezahlt wird.

Ungleiche Aufwandsentschädigungen: Von 300 bis 900 Euro pro Monat

Für ihre Arbeit in den Krankenhäusern bekommen die angehenden Ärztinnen und Ärzte eine Aufwandsentschädigung. Diese schwankt je nach Standort zwischen 300 und 900 Euro pro Monat und wird auf das BAföG angerechnet. Am niedrigsten ist sie in Freiburg - am höchsten in Ulm und Weinsberg (Landkreis Heilbronn). Die Initiative fordert, dass alle PJ-Studierenden den BAföG-Höchstsatz als Aufwandsentschädigung erhalten sollen.

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Wer studiert, verdient in der Regel kein Geld damit, muss aber dennoch Miete zahlen. Unter anderem hohe Wohnkosten sorgen dafür, dass viele Studierende von Armut bedroht sind.

Neben der finanziellen Situation stehen auch die Regelungen zu Krankheitstagen und offiziellen Fehltagen in der Kritik, die aktuell nicht getrennt voneinander berechnet werden. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) beklagt, dass es für Studierende im PJ keine Möglichkeit gebe, sich offiziell krank zu melden.

Insgesamt stehen jedem PJler 30 freie Tage zur Verfügung. Viele Studierende würden sich diese aufheben, um genug Zeit zu haben, um gegen Ende des PJs für die Prüfungen zu lernen. Jeder Krankheitstag reduziert aber die Zahl der noch zur Verfügung stehenden freien Tage.

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Autor/in
Astrid Meisoll
Astrid Meisoll arbeitet als Moderatorin und Politik-Reporterin.
Onlinefassung
Michael Ströbel
SWR-Redakteur Michael Ströbel

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