Rund 38 Prozent der Studentinnen und Studenten in Baden-Württemberg sind armutsgefährdet. Das entspreche ungefähr 140.000 Menschen, teilte das baden-württembergische Wissenschaftsministerium in einer am Dienstag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion mit.
Ein entscheidender Grund dafür sind demnach die Ausgaben für das Wohnen. Studierende wendeten im Schnitt 53 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Miete, Heiz- und Nebenkosten auf. In der Gesamtbevölkerung liege dieser Anteil bei nur knapp 25 Prozent.
Mieten in Baden-Württemberg für Studierende besonders hoch
Grundsätzlich sind die Wohnkosten für Studierende in Deutschland auf Rekordniveau. Laut dem Moses Mendelssohn Institut (MMI) überschreiten die Wohnkosten in diesem Wintersemester erstmals die Rekordmarke von 500 Euro und liegen im Durchschnitt bei 505 Euro für Erstsemester.
In Baden-Württemberg liegen die Kosten sogar noch über dem Bundesdurchschnitt. 530 Euro zahlen Studierende im Land durchschnittlich für die Miete. Besonders teuer ist es zum Beispiel in Heidelberg, Konstanz und Freiburg.
Zu wenig Wohnheimplätze in Baden-Württemberg
Günstige Lösungen für Studierende können Wohnheime sein. Im Wintersemester 2024/2025 standen für die rund 318.000 Immatrikulierten im Land aber nur knapp 47.000 Wohnheimplätze zur Verfügung. Die Unterbringungsquote liegt damit laut Ministerium bei unter 15 Prozent. Die durchschnittlichen Kosten für ein Zimmer im Wohnheim variieren je nach Standort erheblich.
Während in Mannheim im Schnitt 410 Euro pro Monat fällig werden, sind es in Schwäbisch Gmünd 268 Euro. An den meisten Hochschulstandorten liegen die Mieten unter dem Satz von 380 Euro, den das Bafög für Wohnkosten veranschlagt.
Land fördert Neubau von Wohnheimen
Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, fördert das Land den Neubau von Wohnheimen. Seit 2020 seien so knapp 1.800 neue Plätze entstanden, heißt es in der Antwort weiter. Bis 2030 sollen 13 weitere Wohnheime gebaut werden.