Am Sonntag ist Muttertag

Warum wir Mamas öfter verwöhnen und feiern sollten

Für Frauen ändert sich alles, wenn sie Mutter werden: Körperlich, psychisch, emotional und gesellschaftlich. Und doch geht es nach der Geburt meist nur noch um das Baby.

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Von Autor/in Leonore Kratz

Kinderkrankenschwester Laura Neureither schaut nach der frisch gebackenen Mama Chantal. Sie und ihr Partner Philipp liegen in einem Familienzimmer im Heidelberger St. Josefskrankenhaus. Auf Chantals Brust schläft ihr vier Tage alter Sohn. Weil es während der Geburt Probleme gab, wurde er per Kaiserschnitt geholt, erzählt sie.

Sie habe es sich anders gewünscht, aber das Wichtigste sei, dass der Kleine nun auf der Welt ist. Mit der Geburt hat sich Chantals Leben komplett verändert: "Von der Verantwortung her, und der Tagesablauf ist natürlich total anders."

Die Hebamme Julia Schuhmacher bei der Arbeit
Julia Schuhmacher ist seit dreißig Jahren Hebamme. Julia Schuhmacher,

Bei der Geburt wird auch eine Mama geboren

Julia Schuhmacher ist seit dreißig Jahren Hebamme. Sie ist überzeugt: Bei der Geburt werden zwei neue Leben geboren. "Es wird eben nicht nur ein Baby geboren, sondern auch eine Mama."

In einem Büro in der Heidelberger Weststadt packt Jenny Kempf-Groetzki Still-Tee in ein Paket. Sie ist Gründerin von Motherside Studio, einem Onlineshop für Schwangere und Neu-Mamas. Die liegen ihr am Herzen. Deswegen arbeitet sie auch als Mütterpflegerin und betreut Frauen im Wochenbett.

Was Mutterwerden ändert

Wenn man zum ersten Mal Mama werde, gebe es viele neue Themen, sagt Jenny Kempf-Groetzki: "Der Schlafmangel, das Stillen, die Regeneration von der Schwangerschaft und die Heilung von der Geburt."

Mutter zu werden ist ein Kraftakt: Körperlich, emotional, hormonell. Dazu die gesellschaftlichen Erwartungen an die Mutterrolle. Trotzdem gehe es nach der Geburt kaum noch um die Frauen, erzählt die Mütterpflegerin: "Ich erlebe das oft, dass Besucher kommen, die eigentlich nur das Baby sehen und halten wollen. Und die Mamas fallen da oft hinten runter mit ihren Bedürfnissen."

Was macht eine Mütterpflegerin?

Als Mütterpflegerin kümmert sich Jenny Kempf-Groetzki um Frauen, die wenig Unterstützung haben, etwa weil der Partner wieder arbeiten geht. "Mein Fokus ist die Mama, und dass es der Mama gut geht." Sie kauft ein, kocht Essen oder holt mal ein Geschwisterkind von der Kita ab, damit die Mutter noch ein wenig Pause hat.

Für Neu-Mama Chantal, Papa Philipp und ihr Neugeborenes endet der Aufenthalt im Heidelberger St. Josefskrankenhaus. Bald geht es nach Hause. Die junge Mama hat Respekt vor dem neuen Alltag. "Ich brauche meinen Partner, der alles drum herum macht. Und Familie und Freunde haben sich auch schon angeboten, Essen vorbeizubringen oder mal im Haushalt zu helfen."

Ich brauche meinen Partner, der alles drum herum macht. 

Mütterpflegerin: Starke Mama, starkes Baby

Füße massieren, Tränen trocknen oder eine Lasagne vor die Tür stellen. Es gibt viele Möglichkeiten, Mütter zu unterstützen und zu würdigen. Mütterpflegerin Jenny findet das wichtig, denn: "Ein starkes Baby braucht auch eine starke Mama."

Hebamme Julia sieht das ähnlich: "Das würde ich mir für unsere Gesellschaft wünschen, dass wir die Mamas mehr sehen, mehr wertschätzen und feiern."

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Leonore Kratz
SWR-Redakteurin Leonore Kratz

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